15-12-24

Antworten auf Gebet

“Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.”

Lukas 1,37

Samuel, ein Ausländer in Libyen, las während einer Pause am Arbeitsplatz seine Bibel. Als seine Kollegin Amal fragte, was er tue, sagte er ihr, dass er liebend gern in der Bibel las, um Jesus immer besser kennen zu lernen.

Amal erzählte Samuel, dass sie schon von Jesus geträumt hatte. Sie hatte im Traum sein Gesicht nicht klar gesehen, aber trotzdem gewusst, dass er es war. In ihrem Traum war es dunkel gewesen, aber dann war ein Licht durch die Wolken gebrochen. Der Boden unter ihren Füßen war zu Wasser geworden. Sie schaute nach oben, sah ihn vom Himmel herunterkommen und hatte große Angst. Amal erzählte Samuel, dass sie öfter solche Träume hatte.

Ein oder zwei Tage später erzählte Samuel ihr, wie er zum Glauben an Jesus gekommen war, wie Gott ihn aus seinem alten Leben der Bosheit herausgeholt und ihm neues Leben gegeben hatte. Jesus hatte sein Herz völlig verändert. Amal hörte gespannt zu und rief dann aus: „Dank sei deinem Gott, dass er das für dich getan hat!“

Samuel kann Amal wegen der kulturellen Schranken zwischen Männern und Frauen nicht weiter begleiten. Deshalb hofft er, dass er Amal mit einer Frau bekannt machen kann, die auch Jesus folgt.

In einer anderen Stadt salbten Gläubige eine Gruppe libyscher Nachfolger Jesu mit Öl und beteten für sie, dass der Heilige Geist sie befähigen würde, mutig die gute Nachricht weiterzugeben. Ein paar Wochen später hatte einer von ihnen die Gelegenheit, für einen kranken Verwandten zu beten, der daraufhin geheilt wurde. Ein anderer der libyschen Gläubigen berichtete, dass der Heilige Geist ihm den Ärger, der immer in ihm gebrodelt hatte, weggenommen und ihm stattdessen Frieden geschenkt hat. Seitdem betet er und studiert das Wort Gottes voller Freude.

Wir nähern uns dem Ende des Jahres des Gebets für Libyen, aber lasst uns nicht aufhören, für das Land zu beten. Wir werden weiter Gebetsanliegen verschicken, aber eher in einem monatlichen als im wöchentlichen Rhythmus. Lasst uns weiter für diese Nation einstehen, wie Gott der Heilige Geist uns daran erinnert. Wir sind dankbar für die oben erwähnten und andere Zeugnisse davon, wie Gott in letzter Zeit unsere Gebet erhört hat. Lasst uns um mehr beten, so dass Libyer aufstehen und ihren Platz vor Gottes Thron einnehmen.

Lies, denke nach und bete über Jesaja 60,1-3.


15-12-17

Schande und Schmerz

“Sie werden ihm den Namen Immanuel geben, was bedeutet „Gott mit uns“.

Matthäus 1,23

Khadija sah ihre Entführer nicht, als sie an einem Wintertag vom College nach Hause lief. Alles passierte so schnell. Bis heute erinnert sie sich nicht ganz klar an jenes Ereignis. Sie wird immer noch von dem Alptraum verfolgt, den sie durchleben musste. Sie wurde drei Tage lang gefangen gehalten, bevor man sie auf die Schwelle des Hauses ihrer Familie warf. Sie war furchtbar mitgenommen, ihre Kleidung war zerrissen. Ihre Familie war am Boden zerstört. Sie wusste, dass die Nachbarn über sie reden würden. Sie waren von Scham gepackt. Deshalb beschlossen sie, dass Khadija nicht weiter bei ihnen wohnen konnte. Es mochte nicht ihr Fehler gewesen sein, was geschehen war, aber sie war jetzt eine Schande. Also wurde sie weggeschickt – ohne Familie, ohne Ehre, verstoßen.

Auch Salah wurde entführt. Auf seinem Weg zur Arbeit wurde er überfallen und festgehalten, um Lösegeld zu erpressen. Seine Entführer drohten, ihn zu töten, falls die Familie nicht zahlen würde.

Mohammed wurde zwei Monate lang festgehalten. Seine Entführer hielten ihn mit verbundenen Augen in einem Schiffscontainer gefangen und schlugen ihn regelmäßig.
Solche Dinge kommen im heutigen Libyen oft vor. Wer Geld hat, lebt in der Angst, dass Verbrecher das mitbekommen und ihn selbst oder Familienmitglieder bedrohen oder entführen.

Während wir in dieser Adventszeit über das Kommen Jesu in diese Welt nachdenken, wollen wir im Gebet für die Libyer einstehen, dass sie Errettung, Trost und Heilung in Jesus finden. Betet, dass Nachfolger Jesu zu Libyern geführt werden, die nach Trost und Rettung hungern.

Lies, denke nach und bete über Jesaja 11,1-10.


15-12-10

Das Herz des Vaters

Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich euch.

Johannes 20,21

Ein libyscher Nachfolger Jesu, der außerhalb des Landes lebt, erzählt uns einen Traum, den er vor Jahren hatte: „In meinem Traum sah ich mich selbst auf das Land meines Vaters in Libyen zurückgehen. Dort gab es Olivenbäume. In meinem Traum sah ich, dass die Bäume voller Oliven hingen, die größer waren als normal. Ihre Farbe war tiefschwarz, und aus den Oliven begann Öl zu tropfen. Die Ernte war reif. Aber ich wurde traurig, weil mein Vater einfach herumsaß. Deshalb fragte ich ihn, warum er die Oliven nicht aufsammelte. Die Ernte war doch reif. Aber er sah mich an und erwiderte, er hätte niemanden, der ihm hilft. Im Gehen sah ich Oliven, aus denen das Öl tropfte, auf dem Boden liegen. Sie waren reif zur Ernte. Auf allen den Grundstücken der Nachbarn wurde die Ernte eingebracht – nur nicht auf dem meines Vaters.

Ich wachte traurig auf und erzählte meinem Gemeindeleiter von dem Traum. Seine Erklärung war folgende: Die Oliven waren die Herzen der Menschen in Libyen. Der Vater war unser himmlischer Vater. Keiner hilft ihm bei der Ernte. In Libyen gibt es so gut wie keine Arbeiter, die die gute Nachricht von Jesus weitergeben. Die Oliven, aus denen das Öl tropft, sind die Libyer, deren Herzen bereit für das Werk Gottes sind.“

„Wenn Jesus Christus Gott ist und für mich starb, dann kann mir kein Opfer zu groß sein, um es für ihn zu bringen.“ (C. T. Studd)

Lies, denke nach und bete über Lukas 2,8-18.


15-12-03

Chaos

Groß ist seine Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben.

Jesaja 9,6

Thoraya war gewohnt, alles was passierte als Gottes Willen zu sehen. Sie stellte nie in Frage, was das Leben ihr so brachte. Auch wenn ihre Familie und ihr Stamm Präsident Gaddafi nicht mochten, war das Leben für sie in Ordnung. Einige Verwandte Thorayas starben während der Revolution 2011 auf Seiten der Rebellen, aber ihre Familie empfand Stolz darüber, dass sie für ein neues und freies Libyen als Märtyrer gestorben waren. Trotz der Probleme der neuen Regierung, sich zu etablieren, genossen Thoraya und ihre Freunde immer noch das Leben und waren zufrieden mit ihrer Religion. Sie sahen keinen Grund, ihr Leben in Frage zu stellen.

In den letzten eineinhalb Jahren hat sich das verändert. Das Leben ist inzwischen unsicherer und weniger stabil als unter Gaddafi. Seit den Wahlen in Libyen 2012 war die Regierung nicht in der Lage, die zahlreichen Milizen und bewaffneten Gruppen, die während der Revolution 2011 Macht gewonnen hatten, unter Kontrolle zu bekommen.

Diese Gruppen haben sich gespalten und vermehrt, und der Kampf um die Macht im Land geht weiter. Ein neuer Bericht der UN schätzt, dass in Libyen 1.700 bewaffnete Gruppen und Milizen aktiv sind. Manche von ihnen nutzen die momentane Instabilität, um alte Rechnungen zu begleichen und Fehden zwischen Stämmen auszutragen.

Libyer fühlen sich nicht mehr sicher. Das Gesetz schützt sie nicht mehr, und die Polizei ist oft zu verängstigt, um einzugreifen – oder sie ist nicht einsatzfähig.

Die UN schätzen, dass 2,44 Millionen Libyer und damit fast die Hälfte der Einwohner des Landes unter den Kämpfen leiden, weil diese auch zu einem Mangel an Nahrungsmitteln, Wasser, Strom und medizinischer Versorgung führen. Lebensqualität und der Zugang zu grundlegender Versorgung sind innerhalb des Landes sehr unterschiedlich. Die Lage in Tripolis ist schlechter als vor fünf Jahren, aber immer noch stabiler als in Bengasi. Die Mehrheit der Libyer sagte im August in Interviews der  UN, dass ihre Kinder zur Schule gehen könnten, während in Bengasi nach der Zunahme der Kämpfe 2014 nur noch weniger als 50 % der Kinder zur Schule gehen.

Viele Libyer werden wie auch Thoraya und ihre Freunde immer verzweifelter. Sie diskutieren oft darüber, warum in ihrem Land so vieles falsch läuft. Thoraya schockierte alle, als sie behauptete, ihre Religion sei der Grund der ganzen Misere. Immer mehr Libyer stellen Fragen, die sie früher nie gestellt hätten.

Auch wenn Libyens Machthaber und politischen Führer wechseln, scheint die Dunkelheit, die das Land durch die Sünde vieler Generationen ergriffen hat, nicht nachzulassen.
Lasst uns darum flehen, dass Gottes Licht den Fluch über diesem Land bricht, damit Libyer sich auf die Suche nach Jesus Christus machen und ihn finden.

Lies, denke nach und bete über Matthäus 2,1-11


15-11-26

Das Wort Gottes

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Johannes 1,14

„Im Alter von 18 Jahren entschied ich mich, Jesus nachzufolgen. Etwas in meinem Herzen trieb mich dazu, mich Jesus zu übergeben. Einen Tag lang folgte ich ihm nach, und dann gab ich es wieder auf, weil ich Angst vor meiner Familie hatte – und weil ich von Leuten gehört hatte, die umgebracht worden waren, weil sie sich zum christlichen Glauben bekehrt hatten. Die muslimische Gemeinschaft, in der ich zu Hause war, war nicht extrem, aber man beachtete andere Religionen nicht und wollte nicht, dass jemand Fragen stellte. Es wurde einfach erwartet, dass jeder ihre muslimischen Überzeugungen annahm, die so hart und unveränderlich wie Stahl waren.

Eines Tages begegnete ich einem demütigen Mann, der für meinen Bruder eine Reparatur ausführte. Als ich mit ihm sprach, war er sehr sanft, und sein Gesicht leuchtete. Aus seinem Namen schloss ich, dass er Christ war, und fühlte mich dadurch noch mehr zu ihm hingezogen. Ich traf ihn öfter und bat ihn, mir von Jesus und von der Bibel zu erzählen. Ich hatte nie geglaubt, dass die Bibel verfälscht worden war. Stattdessen war ich erstaunt darüber, dass meine Mit-Muslime davon überzeugt waren, obwohl der Koran uns doch klar sagt, dass wir der Bibel glauben und sie studieren sollen. Er sagt Muslimen sogar, dass sie die „Leute des Buches“, also die Christen fragen sollen, wenn ihnen etwas unklar ist.

Als ich ihn nach der Bibel fragte, bot er mir eine an, damit ich darin lesen konnte. Er sagte mir, dass es seine eigene Bibel sei und er keine andere besäße, weil es in den Buchläden in Libyen keine Bibeln zu kaufen gäbe. Ich nahm seine Bibel und war sehr glücklich, aber gleichzeitig hatte ich Angst, dass meine Familie sie finden könnte. Sobald ich mein Zimmer abgeschlossen hatte und in der Bibel las, begann Freude mein Herz zu füllen. Ich war von ihr angezogen, aber es war noch kein tiefes Interesse.

Nach einer Woche gab ich ihm die Bibel zurück und bat ihn, mir mehr über seinen Glauben beizubringen. Aber bevor das möglich wurde, ging er in seine Heimat zurück. Ich bat ihn, mir von dort eine Bibel mitzubringen. Und dann begann ich, die Bibel und die Lehren Jesu zu studieren. Ich erfuhr von der Kraft Jesu Christi und genoss das Zusammensein mit ihm. Ich begann ein echtes Gebetsleben in Jesus und hörte mit den fünf täglichen Gebeten auf, die ich als leere Verpflichtung empfand.

An einem Silvester betete ich ein einfaches Gebet: ‚Im Namen der Engel des Herrn und im Namen des Messias rufe ich Dich an, Herr des Himmels. Befreie mich bis in Ewigkeit von der Sünde. Ich bitte das im Namen Jesu Christi. Amen.‘ Ich sprach laut aus, dass Jesus mein Herr, Retter und Befreier ist, der Eine, der für mich und die ganze Menschheit vom Tod auferstanden ist, um uns von allem Bösen zu retten. Ich kannte keine Angst oder mangelnde Sicherheit mehr, weil der Herr mit mir war – mein Licht und meine Errettung.

In jener Nacht schlief ich mit einem tiefen geistlichen Frieden. Ich wollte es laut hinausrufen, um die Welt wissen zu lassen, was passiert war: Ich hatte Buße getan und Christus als meinen Herrn und Retter angenommen.

Lies, denke nach und bete über Johannes 6,36-40


15-11-19

Die Libysche Diaspora

Bleibt fest in der brüderlichen Liebe. Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.

Hebräer 13,1.2

Schätzungsweise zwei Millionen Libyer leben außerhalb Libyens, die meisten in Tunesien und Ägypten, aber auch in einigen westlichen Ländern. Nur wenige von ihnen lassen sich als Flüchtlinge registrieren, weshalb es schwierig ist, genaue Zahlen zu nennen. Einige haben wegen ihrer Verbindungen zu Gaddafi das Land verlassen. Andere waren zu Aus- oder Weiterbildung im Ausland und sind wegen der Unsicherheit und Ungewissheit nicht zurückgekehrt. Wieder andere sind vor der Gewalt geflohen.

Ihre physischen Nöte mögen nicht so gravierend sein wie die vieler Flüchtlinge aus Afrika oder dem Nahen Osten, die über Libyen nach Europa fliehen. Aber Libyer sehnen sich außerhalb ihrer Heimat trotzdem nach Freundschaft und Beziehungen mit Einheimischen in ihrem Gastland. In Libyen ist es nach wie vor sehr schwierig, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Aber im Ausland bietet sich die Möglichkeit für sie, die gute Nachricht von Jesus zu hören.

Andrew, der früher in Libyen gearbeitet hat, erzählt folgende Begebenheit: „Neulich ging ich in ein libysches Café in einer europäischen Stadt, in der jetzt viele Libyer leben. Es entspann sich eine rege Unterhaltung mit einem konservativen Libyer, dessen Abschiedsworte mich erstaunten. Er sagte: ‚Ich lebe jetzt seit 12 Jahren hier, aber das ist das erste Mal, dass ich mit einem Einheimischen in Ruhe zusammengesessen und eine ordentliche Unterhaltung geführt habe.‘ Im Gegensatz dazu musste ich an das warme Willkommen und die Gastfreundschaft denken, die ich von vielen Einheimischen in Libyen erfahren hatte, obwohl wir uns völlig fremd waren.“

Ein libyscher Gläubiger erklärt weiter: „Libyer sind sehr gesellig. Sie essen gern zusammen. Soziale Beziehungen und Respekt füreinander sind sehr wichtig. Wenn sie das erleben, fühlen sie sich willkommen. Die Bibel spricht von der Liebe zueinander. Wenn Gläubige Liebe und Fürsorge zeigen, fühlen Libyer sich von Jesus angezogen. Aber wenn Christen den Koran angreifen oder rechthaberisch auftreten, werden Libyer abgestoßen.

Lasst uns beten, dass die Gemeinde Jesu den Libyern, die jetzt als Fremde in einem anderen Land leben, echte Gastfreundschaft entgegenbringt. Wir alle waren Gott gegenüber Fremde, aber er hat uns damit beschenkt, dass er uns als seine Freunde angenommen hat.

Lies, denke nach und bete über Epheser 2


15-11-12

Hört nicht auf zu bitten…

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Matthäus 7,7

Youssef spricht gern mit seinem ausländischen Freund John, der Jesus nachfolgt, über Religion. Er findet den Glauben seines Freundes an Jesus faszinierend, aber er scheint manchmal mehr am Gespräch an sich interessiert zu sein als daran, wirklich die Wahrheit zu suchen.

Achmed, Youssefs Cousin, hat sich eine Bibel gekauft, nachdem er im Ausland einen Film gesehen hatte. Nach seiner Rückkehr nach Libyen stellt er John viele Fragen über das Leben Jesu und warum er für die Sünde gestorben ist. Er ist sich nicht sicher, ob er der Bibel trauen kann, weil er wie die meisten Muslime davon ausgeht, dass sie verfälscht wurde.

Für Youssef und Achmed geht es in der Religion darum, bei Gott Punkte zu sammeln. Sie glauben zum Beispiel, dass man durch Gebet in der Moschee mehr Punkte bekommt als durch Gebet zu Hause. Mit großzügigen Spenden für die Armen und Notleidenden kann man sich weitere Punkte verdienen. Am Tag des Gerichts wird Gott all unsere guten und schlechten Taten auf eine Waage legen. Falls die guten Taten schwerer als die bösen wiegen, kann es sein, dass Gott einen ins Paradies lässt. Youssef und Achmed sehen, dass John etwas ganz anderes über Errettung, Gebet und Fasten sagt, aber sie vermuten, dass John irregeführt ist.

Tareq ist ein libyscher Moslem, der sich Paul, einem anderen Ausländer, der auch in Libyen arbeitet, angefreundet hat. Aus Neugier hat er angefangen, seinen neuen Freund Paul über dessen Religion auszufragen. Nach dem Gespräch hat Tareq sich die Bibel aus dem Internet heruntergeladen und die Offenbarung gelesen. Er hatte vorher schon Geschichten über Jesus gehört, unter anderem, dass er weißes Haar hätte. Deshalb war er sehr überrascht, in der Offenbarung zu lesen, dass Jesus tatsächlich weißes Haar hat. Einige von Tareqs Bekannten haben auch angefangen, über Jesus zu lesen, um Paul dann Fragen stellen zu können.

Libyer sind immer darum bemüht, dass Gäste sich zu Hause fühlen. Deshalb kann es sein, dass sie aus Höflichkeit Fragen stellen oder einfach nur, um ins Gespräch zu kommen. Doch es bedeutet nicht immer, dass sie wirklich mehr wissen wollen. Aber Gott bringt Libyer auf unterschiedliche Weise in Kontakt mit seinen Leuten. Und was als höfliche Unterhaltung begann, kann etwas Tieferes bewirken und sie ermutigen, die Wahrheit zu suchen.

Das Chaos und die fehlende Stabilität haben das komfortable Leben der Libyer erschüttert und sie dazu gebracht, nach mehr zu suchen – besonders nach Frieden und Wahrheit. Die Bibel sagt, dass wir nicht müde werden sollen, Gutes zu tun, weil wir zu gegebener Zeit ernten werden (Galater 6,9). Lasst uns nicht müde werden, zu bitten und für die Libyer an die Türen des Himmels zu klopfen, damit ihre Augen dafür geöffnet werden, dass sie einen Retter brauchen. Lasst uns beten, dass sie sich an Jesus wenden und ihm ihre Nöte bringen, so dass er sie retten und heilen kann.

Lies, denke nach und bete über Markus 10,46-52


15-11-05

Grenzen

“Doch ich will, spricht der HERR, eine feurige Mauer rings um sie her sein und will mich herrlich darin erweisen.“

Sacharja 2,9


www.talkradionews.com

Libyen hat 1.770 Kilometer Küste sowie 5.000 Kilometer Landesgrenzen, zumeist in spärlich besiedelten Wüstengegenden. Gaddafi, der in der Revolution 2011 umgebracht wurde, forderte von den europäischen Staaten mutmaßlich 5 Milliarden Euro jedes Jahr, um die Kosten für die Grenzüberwachung gegen Menschenschmuggel zu decken. Gaddafi gebrauchte seine Einwanderungspolitik, um Druck auf Europa zu machen, indem er seine Grenzen je nach dem Stand der Beziehung zur EU (vor allem Italien, der früheren Kolonialmacht) für Migranten öffnete oder schloss. Das Machvakuum nach Gaddafis Fall nutzen der IS und andere extremistische Gruppen, aber auch Milizen und Menschenhändler an den Grenzen aus. Der Waffen-, Drogen- und Menschenschmuggel bringt Millionen, mit denen diese Gruppen ihre Aktivitäten finanzieren. Für Stämme wie die Tebu und die Tuareg ist ihre Hilfe bei diesem Schmuggel die Haupteinnahmequelle.

Die Abwesenheit einer geeinten, stabilen Regierung und einer starken Polizei begünstigen die Fortsetzung des Schmuggels. Das wirkt sich nicht nur zerstörerisch auf Libyen aus, sondern führt auch dazu, dass viele Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten ausgenutzt und gefährdet werden.

Afrikaner von südlich der Sahara werden aus dem Sudan, dem Tschad und Niger über die südlichen Grenzen geschmuggelt. Syrer, die eine große Gruppe unter den Betroffenen darstellen, kommen meist über Algerien.

Tunesien hat dieses Jahr schon zwei schwere Terror-Anschläge erlebt, und die Behörden machen die schlecht kontrollierten libyschen Grenzen mit dafür verantwortlich. In beiden Fällen hatten die beteiligten Tunesier ihr Training durch den IS in Libyen erhalten.

Die libyschen Landesgrenzen haben den Mächten der Finsternis erlaubt, Unglück und Zerstörung über das Leben vieler Libyer und anderer Menschen zu bringen. Lasst uns diese Woche dafür beten, dass Jesus als das Licht der Welt diese Mächte der Finsternis vertreibt.

Lies, denke nach und bete über Psalm 18,7-15


15-10-29

Wie sieht Gemeinde Jesu aus?

Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.

Johannes 4,23

Paul hatte ein paar libysche Freunde in der Stadt, in der er lebte. Immer wieder stellte er ihnen Fragen zu ihrer Religion: „Warum spricht der Koran über das Sterben Jesu? Warum sagt ihr, dass die Bibel verfälscht wurde? Der Koran sagt das nicht.“ Sie hatten über diese Fragen noch nie nachgedacht und fühlten sich dabei unwohl.

Eines Tages fragte Mukhtar Paul, ob er mit ihm zur Kirche gehen könnte. Aber Paul hatte schon etwas vor und konnte nicht. Er erklärte Mukhtar aber, dass es bei „Kirche“ nicht nur um ein Gebäude ginge, sondern vielmehr darum, mit anderen Gläubigen Gemeinschaft zu haben, und dass „Kirche“ deshalb überall sein könne.

Aber Mukhtar war damit nicht zufrieden und ging allein zur Kirche. Der Priester hieß ihn willkommen und fragte nach seinem Namen und woher er sei. Mukhtar log im Blick auf seine Nationalität, weil er Angst hatte, jemand könnte etwas mitbekommen. Nach dem Gottesdienst verließ er die Kirche sofort.

Aber sein geistlicher Hunger war geweckt worden, und er ging mit seinen Frage zu Paul: „Wen beten sie in der Kirche an, Gott oder Jesus?“ Auf der anderen Seite versuchte er, sein Erlebnis in der Kirche herunterzuspielen, indem er vor seinen Freunden darüber Witze machte. Aber einer seiner Freunde wurde neugierig und wollte auch zur Kirche gehen.

Die momentane Atmosphäre der Gewalt im Namen der Religion bringt viele libysche Muslime dazu, ihren Glauben anzuzweifeln. Aber das „Christsein“, wie es im Fernsehen und in traditionellen Kirchen gezeigt wird, ist ihnen und ihrer Kultur fremd. Sie brauchen nicht nur Offenbarung über Jesus, sondern auch darüber, was Gemeinde Jesu wirklich ist.

Libyer, die Jesus folgen, wollen natürlich auch wissen, worum es bei „Kirche“ geht. Im Fernsehen sehen sie Christen, die sich in großen Gebäuden versammeln und Gott anbeten, und das ist für sie nicht möglich. Betet, dass Jesus sie miteinander in Verbindung bringt und sie sich um Ihn so versammeln können, wie es in ihre Situation passt.

Lies, denke nach und bete über Apostelgeschichte 2, 21. 37-47


15-10-22

Kufrah

Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.

Jesaja 43,19

Der Südosten Libyens wird dominiert von weiten Wüstenlandschaften der Sahara. Mitten in dieser schier endlosen Wüste liegt das kleine Becken von Kufrah. Dort liegen eine Handvoll Oasen. Sie wären recht unbedeutend, wenn sie nicht durch ihre strategische Lage mitten in der Wüste sehr wichtig wären.

Wegen seiner Lage ist Kufrah schon lange ein Zentrum des legalen und des illegalen Handels. Es ist ein Knotenpunkt für Schmuggel, Drogen, Menschenhandel, Migranten und illegale Grenzübertritte. Das Gebiet wird durch Stammes-Kartelle beherrscht, die jeder Regierung die Stirn bieten, sich aber mit Teilen ihrer Einkünfte auch freie Hand von der Regierung erkaufen.

Dem Senussi-Orden, der  eine Form des sufistischen Islam praktiziert, ist das Gebiet um Kufrah heilig. Das rührt daher, dass das Oberhaupt des Ordens sich 1894 aus Sicherheitsgründen hier ansiedelte. 1951 wurde dann das Senussi-Oberhaupt König Idris Herrscher über Libyen und blieb es bis zum Umsturz Gaddafis 1969.

Kufrah bleibt eng verbunden mit der Landespolitik, der Religion und der Bewegung von Migranten. Momentan sieht es so aus, dass Kufrah von den negativen und zerstörerischen Seiten seiner speziellen Lage beherrscht wird. Betet, dass Kufrah stattdessen seine Möglichkeiten erkennt, positiven Einfluss auszuüben und ein Ort des Segens wird. Betet, dass die Menschen erkennen, wer sie in Jesus Christus sein könnten, und dass seine Pläne und Ziele größer und wunderbarer sind als alles, was sie bisher kennen.

Lies, denke nach und bete über Jesaja 35,4-8


15-10-16

Medien

Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR. 

Jeremia  29,13.14a

Eine bekannte libysche Professorin, die im Westen arbeitet, schrieb auf einer bekannten libyschen Nachrichten-Website einen Artikel über aktuelle Ereignisse in Libyen. Sie schrieb von jungen libyschen Frauen, die in sozialen Medien von Jesus als Retter gehört und sich ihm zugewandt hatten. Fünf von ihnen hatte sie überzeugen können, zum Islam zurückzukehren. Aber eine dieser jungen Frauen machte ihr klar: „Das ist der Herr, dem ich folgen und den ich anbeten will. Er ist ein Gott der Liebe, des Friedens und der Ehrlichkeit – anders als das, was wir im Islam sehen, besonders in diesen Tagen von Widersprüchen, Kampf, Gewalt und Grausamkeit… Er ist der einzige, der den Gläubigen das Paradies garantieren kann… Schau, was der Herr mir heute ganz persönlich gesagt hat…“ Die junge Frau zeigte der Professorin eine Nachricht auf ihrem Smartphone, in der es hieß: „Eine Nachricht von deinem himmlischen Vater.“

Das rüttelte die Professorin wach. Während die Scheichs und religiösen Führer in Libyen miteinander stritten und nicht in der Lage waren, Fragen zu beantworten oder zu erlauben, dass junge Leute ihre Religion in Frage stellten, suchten und fanden diese jungen Frauen einen anderen Weg zu Gott. Die Professorin hatte mehrere Teenager getroffen, die diesen neuen Weg angenommen hatten – den Weg Jesu Christi – und sagten, dass sie Freude und Frieden in ihm gefunden hätten.

Die Professorin bezeichnete die Website als „eine libysche Stimme für Libyer“ und zitierte Bibelstellen und Gespräche daraus, worauf viele Libyer selbst dort nachsahen, um zu sehen, wovon sie sprach. Wir preisen Gott, dass er die Professorin gebraucht hat, damit Menschen den Zugang zur Wahrheit finden.

Da das Internet verfügbar ist, können Libyer durch Websites und soziale Medien erreicht werden. Mehr und mehr Menschen gehen mit ihren Smartphones ins Internet und besuchen christliche Seiten und Facebook, um dort nach Antworten auf ihre Fragen und Probleme zu suchen. Aber Gott gebraucht digitale Medien nicht nur, um Libyern das Evangelium nahe zu bringen, sondern auch, um libysche Nachfolger Jesu zu ermutigen.

Das gefällt natürlich nicht jedem. Oft versuchen Menschen mit Einfluss, christliche Seiten so zu blockieren, dass sie von Libyen aus nicht erreichbar sind.

Wenn wir über die Schrift nachdenken, lasst uns beten, dass Libyer die Wahrheit über Jesus suchen und finden, wenn sie sie im Internet und in sozialen Medien aufhalten. Betet, dass der Heilige Geist Gläubige und Suchende übers Internet zusammenbringt und dass keine Macht der Welt das verhindern kann.

Lies, denke nach und bete über Jesaja 55,1-11


15-10-08

Die Tuareg

“Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige! Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen!“

Psalm 47,7.8


www.ibtimes.co.uk

Trotz der momentanen Atmosphäre von Gewalt und wirtschaftlichem Niedergang trafen sich die Stämme der Tuareg Anfang Juni in der Stadt Ghat zu ihrem jährlichen Musik- und Kulturfestival. Möge ihr Singen und Tanzen sich in Lob und Anbetung des himmlischen Königs verwandeln.

Etwa 20.000 Tuareg leben in der südwestlichsten Ecke Libyens, im Gebiet der Städte Obari und Ghat. Tuareg lebten traditionell als Nomaden in der Sahara, auch in den Nachbarländern Niger und Algerien sowie in Mali. Die Tuareg in Libyen sprechen den Berber-Dialekt Tamahaq.

Unter dem früheren Regime wurden die Tuareg an den Rand der Gesellschaft gedrängt und bekamen weder Staatsbürgerschaft noch eine politische Stimme. Während der Revolution rekrutierte Gaddafi Tuareg aus anderen Ländern als Kämpfer. Der Stamm der Tubu kämpfte mit den Revolutionären auf der Gegenseite. Seit 2011 kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Tubu und anderen Stämmen.  Eine wesentliche Ursache dafür sind Streitigkeiten über die Kontrolle der örtlichen Handelsrouten und wichtige Ölfelder. Kürzlich einigten sich Älteste der Tuareg und der Tubu auf einen Waffenstillstand, der hoffentlich in einen Friedensvertrag mündet.

Im Süden Libyens werden verschiedene islamistische Gruppen immer aktiver. Betet, dass die Tuareg sich nicht radikalisieren, sondern dass ihre Bedürfnisse wahrgenommen und gestillt werden: nach wirtschaftlicher Entwicklung, Arbeitsplätzen, Anerkennung ihrer Sprache und Kultur, Zugang zur Staatsbürgerschaft und damit verbundenen Rechten.

Lies, denke nach und bete über Römer 15,9-13


15-10-01

Träume und Visionen

Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen.”

Joel 3,1

Als Waleed 10 war, hatte er einen Traum: eine Tür in den Himmel öffnete sich für ihn, und hinter dieser Tür trugen die Leute weiße Kleidung und waren von einem großartigen Licht umgeben. Als Teenager hatte er den gleichen Traum noch einmal. Über Jahre dürstete er nach der Wahrheit, verrichtete mit großem Einsatz die fünf rituellen Gebete und schrie zu Gott. Dann traf er jemanden, der Jesus folgte und ihn mit der Bibel bekannt machte.

In der Nacht, nachdem Waleed Jesus als seinen Retter und Erlöser angenommen hatte, erschien Christus ihm in einem weiteren Traum: Jesus hing durchbohrt am Kreuz und sah Waleed zu, wie er zum Kreuz kam. Als Waleed am Morgen aufwachte, erzählte er seiner Mutter den Traum. Sie schimpfte nicht mit ihm, sondern sagte: „Das heißt, dass du einen großen Sieg über etwas errungen hast.“ In der nächsten Nacht erschien Christus ihm wieder in einem wunderbaren Bild, öffnete die Bibel für ihn, las aus dem Buch des Lebens und erklärte Waleed: „Ich bin die Wahrheit und das Leben.“

Die Vision ging zwei Tage später weiter. Jesus erschien ihm mit einem lauten Geräusch. Die Bibel war offen und ihre Worte wurden durch ein Licht verkündet. Er hatte noch nie solch ein Licht gesehen. Als er aufwachte, erinnerte er sich an den Traum, den er mit 10 Jahren hatte. Er kannte nun das Geheimnis in seinem Herzen – seine Liebe zu Jesus und zur Religion der Liebe und seine Gemeinschaft mit dem Herrn in seinem Leben. Er wusste durch seine Liebe zu Jesus, dass er ewiges Leben bekommen hatte. Er lebt jetzt für Jesus, ohne dass seine Familie es weiß. Denn es ist klar, was passieren würde – es würde ihn sein Leben kosten. Aber er versucht seinen Glauben einzelnen weiterzugeben, die er trifft. Er sagt: „Ich kannte die Bedeutung des Lebens nicht, bis ich Jesus begegnete und die Liebe zu ihm in meinem Herzen kennen lernte.“

Gott gebraucht Träume und Visionen, um Libyer zu sich zu ziehen. Ein libyscher Nachfolger Jesu erklärt, dass Libyer Träumen sehr viel Bedeutung beimessen. Wenn Leute eine Vision oder einen Traum haben, nehmen sie das sehr ernst und sind bereit, auf Jesus zu hören und ihn anzunehmen. „Wenn sie eine Bibel bekommen, lesen sie sie nicht nur, sondern verschlingen sie.“ Lasst uns weiter beten, dass immer mehr Libyer Träume und Visionen von Jesus bekommen.

Lies, denke nach und bete über 1. Johannes 1,1-7


15-09-24

Tobruk

Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und suchen ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten und sind so der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan.“

Römer 10,3

Tobruk ist eine Hafenstadt an der östlichen Mittelmeerküste Libyens, nicht weit von der ägyptischen Grenze, und hat ungefähr 120.000 Einwohner. Die Stadt hat einen tiefen und dadurch sehr geschützten Naturhafen, der wahrscheinlich der beste Nordafrikas ist. Allerdings gibt es durch die umliegenden Klippen und Wüstenlandschaft keine guten Anlegestellen. Das umliegende Gebiet ist durch nomadische Hirten, die von Oase zu Oase ziehen, nur dünn besiedelt. Tobruk wurde im Zweiten Weltkrieg als strategischer Stützpunkt der Alliierten berühmt, die dort im Belagerungszustand waren, weil sie den Vormarsch der Deutschen nach Ägypten aufhalten wollten. Nach Libyens Unabhängigkeit 1951 hatte der libysche König Idris seinen Palast im Stadtteil Bab Zaytun. Tobruk war traditionell eine Hochburg der Senussi-Königsdynastie und rebellierte als eine der ersten Städte gegen Gaddafi.

Im September 2014 zog das „Repräsentantenhaus“ (die international anerkannt Regierung Libyens) von Tripolis nach Tobruk um, nachdem die „Misrata-Brigaden“ („Aktion Morgenröte“) die Hauptstadt im August 2014 eingenommen und eine Gegenregierung (die „Regierung der nationalen Rettung“) ins Leben gerufen hatten.

In Tobruk hat es weniger Gewalt gegeben als in anderen libyschen Städten, auch wenn sie nicht gänzlich verschont geblieben ist. Im Mai 2015 versuchten Bewaffnete, Premierminister Abdulla al-Thani auf dem Weg zum Flughafen zu erschießen, aber er konnte entkommen. Der Anschlag stand im Zusammenhang mit Stammesführern in Tobruk.

Tobruk spielt derzeit eine Schlüsselrolle für das Geschick Libyens. Mehrere Friedensabkommen zwischen den Regierungen in Tobruk und in Tripolis sind leider schon abgelehnt worden. Kürzlich postete jemand aus Tobruk auf Facebook:

„Denkt nicht so viel, aber vergebt viel.
Gott öffnet die Tür durch Vergebung, nicht durchs Denken.
Bittet den allmächtigen Gott um Vergebung und tut Buße vor ihm.“

Vielleicht ist das der Schlüssel für die Menschen in Tobruk und in ganz Libyen, um Versöhnung untereinander zu erleben. Wenn wir uns Zeit nehmen, um für diese Stadt zu beten, lasst uns um Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus bitten.

Lies, denke nach und bete über 2. Korinther 5,18-21


15-09-18

Eid al-Adha

„Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“

Johannes 1,29

Omar, ein lediger Mann Anfang dreißig, ist meist sehr gesellig und extrovertiert. Aber in letzter Zeit bedrückt ihn die Situation in Libyen sehr. 2011 kämpfte er auf Seiten der Rebellen, aber war seitdem nicht mehr Teil einer Miliz. Heute kann es gefährlich sein, einfach nur durch den Ort zu gehen. Als er eines Tages für seine Familie einkaufte, geriet er in ein Feuergefecht und musste um sein Leben laufen. „Ich möchte einfach nur Frieden, Frieden, Frieden…“ sagt er. Omar arbeitet nicht und verbringt die meiste Zeit zu Hause vor dem Fernseher oder im Internet. Er hofft, dass ihm das hilft, zu vergessen. Er schämt sich für sein Land; die Ungerechtigkeit und die Morde an unschuldigen Menschen von Seiten verschiedener Gruppen und besonders durch den IS sind ihm sehr peinlich. Die Morde durch den IS schockierten dieses Jahr die ganze Welt, aber Omar und andere Libyer sind noch entsetzter als die westliche Welt.

Kommende Woche ist die Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka, eine der Säulen des Islam. Viele Muslime, die wie Omar nicht auf die Hadsch gehen, werden trotzdem Eid al-Adha, das Opferfest, feiern. Dann opfern sie wie Abraham vor Tausenden von Jahren ein Schaf. Nach Gebeten in der Moschee am frühen Morgen, wo auch die Geschichte von Abraham gelesen wird (etwas anders als in der Bibel), gehen die Männer nach Hause, um ein Schaf zu schlachten. Manchmal teilen sich auch mehrere Familien ein Kamel. Die Frauen sind den Rest des Tages damit beschäftigt, verschiedene Gerichte zuzubereiten. Während der nächsten beiden Tage besucht man Verwandte und Freunde, und die Kinder tragen ihre neue Kleidung.

Viele Menschen wie Omar sind die Gewalt leid und hoffen, dass das Opferfest ein bisschen Erleichterung bringt (wenn auch nur zeitweise) von den ständigen Kämpfen und schlechten Nachrichten. Wenn du die (wahre) Geschichte von Abraham liest und darüber nachdenkst, bete darum, dass der Heilige Geist Muslimen bei der Geschichte in der Moschee offenbart, dass Jesus das Lamm Gottes und sein großes Opfer für die Sünde und Schande der Welt ist. Der Koran sagt klar, dass Abrahams Sohn durch ein ‚großes Opfer‘ gerettet wurde (einen Widder, den Gott bereitstellte). Lasst uns darum beten, dass sie auch geistliche Erben des Segens Abrahams werden.

Lies, denke nach und bete über 1. Mose 22,1-18


15-09-10

Tag der Märtyrer

Der Tod seiner Heiligen wiegt schwer vor dem HERRN.”
Psalm 116,15

“Sie versuchten, uns zu vergraben. Sie wussten nicht, dass wir Samen waren.”
(Mexikanisches Sprichwort)

Jedes Jahr am 16. September feiern die Libyer den “Tag der Märtyrer”, um die zu ehren, die der Gewaltherrschaft von Benito Mussolini (als Libyen eine italienische Kolonie war) und Muammar Gaddafi zum Opfer gefallen sind. Im ganzen Land werden feierliche Gedenk-Zeremonien durchgeführt.

In den letzten Jahren sind auch Christen für ihren Glauben zu Märtyrern geworden. Im Februar und im April schockierten die brutalen Morde an ägyptischen und äthiopischen Christen die Welt. Aber auch vor diesen Ereignissen haben Christen in Libyen viel erlitten.

Am 30. Mai 2014 ging ein irakischer christlicher Junge namens Danny auf die Straße, um mit seinen Freunden zu spielen, aber er kam nicht mehr zurück. Er wurde wegen seines Glaubens erschossen. Dannys Mutter gab Ihr Zeugnis in einem Interview, das auf Sat 7 gezeigt wurde, einem Fernsehsender, der in die arabische Welt ausgestrahlt wird.

„Als wir die Nachricht seiner Ermordung bekamen, weinten unsere Familie und unsere Freunde. Ich selbst ertappte mich dabei, dass ich Lieder sang. Ich war selbst geschockt von meiner Reaktion. Als wir ihn vor der Beerdigung ein letztes Mal sehen wollten, war das sehr schwer. Aber ich sagte zu Jesus: ‚Bitte hilf mir, meinen Sohn mit deinen Augen zu sehen und gib mir die Kraft, alles zu ertragen.‘ Mit Liedern auf den Lippen ging ich los, um meinen Sohn zu sehen.

Im Auto schloss ich meine Augen und sah eine Vision von Danny mit einem weißen Gewand und einer Krone aus Blumen. Ich sah Jesus auf dem Thron sitzen und die Engel um ihn herum, wie sie meinen Sohn willkommen hießen. Danach tröstete der Herr mich, und die Leute, die kamen, trösteten mich auch und weinten um Danny. Aber ich konnte ihnen sagen: ‚Mein Sohn lebt in Gottes Königreich – möge der Name des Herrn gelobt werden!‘

Die meisten Besucher bei der Beerdigung waren keine Christen und wunderten sich darüber, wie ruhig ich war und dass ich mich so trösten konnte.“

Das, womit der Feind Böses bezweckte, benutzte Gott zum Guten. Das Zeugnis der Vergebung den Mördern gegenüber und die Botschaft des Kreuzes wurden in die Welt ausgestrahlt.

Wenn du über Offenbarung 12 nachdenkst, welche Gründe gibt die Bibel dort für Verfolgung und Tod um Jesu willen? Wie können Nachfolger Jesu in Libyen im Sieg leben? Bete für sie, so wie der Geist Gottes dich durch diese Verse leitet.

Lies, denke nach und bete über Offenbarung 12,9-12


15-09-03

Die Tebu

„Der HERR ist mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Berg meines Heils und mein Schutz!“

Psalm 18,3

Zwei junge Frauen unterhielten sich leise in einer Polizei-Zelle – nicht in Arabisch, sondern in Tedaga. Eine der Polizistinnen im Gefängnis sprach ihre Sprache auch. Sie waren unter dem Vorwand, sie seien betrunken, festgenommen worden, und verfluchten die Libyer für ihre unberechtigte Festnahme. Sie hatten furchtbare Angst, ihre Familien könnten herausfinden, dass sie im Gefängnis saßen (was den Familien Unehre machen würde), also riefen sie zu Hause an und erzählten eine erfundene Geschichte. Eine von ihnen machte eine Ausbildung zur Krankenschwester und bat eine der Wachen, sich als Arzt auszugeben und zu sagen, dass sie länger arbeiten müsse.

Um 3 Uhr morgens rief eine der Mütter an. Nach dem Anruf versuchte das Mädchen, eine Reinigungsflüssigkeit zu verschlucken. Aber ihre Freundin konnte sie zu Boden ringen und nach der Wache rufen, damit sie Milch als Gegenmittel brachte. Sie zwangen die junge Frau, Milch zu trinken, und dann schlief sie.

Am nächsten Tag kam ein Onkel, sprach lange mit den Wachen und gab den Mädchen zu essen. Schließlich wurden sie freigelassen.

Die Mädchen und die Polizistin gehören zum Volk der Tebu. Die Tebu in Libyen kommen vom Stamm der Teda und leben in der südöstlichen Ecke Libyens, in der Gegend von Kufra. Vor dem Bürgerkrieg gab es in Libyen vermutlich etwa 4.000 Teda, im Niger 10.000 und im Tschad 28.500.

Die meisten sind nomadische oder halbnomadische Hirten, aber sie bauen in den Oasen auch Datteln und Getreide an. Clans haben bestimmte Vorrechte beim Gebrauch der Oasen, Palmenhaine, des Ackerlandes und der Quellen. Soziale Beziehungen beruhen auf den Grundsätzen der Gegenseitigkeit, der Gastfreundschaft und der Hilfe. Diebstahl und Mord innerhalb eines Clans sind verboten, und gestohlene Tiere müssen zurückgegeben werden.

Unter Gaddafi wurde die Minderheit der Tebu (oder Tubu) massiv diskriminiert. 2007 wurde ihnen die libysche Staatsbürgerschaft aberkannt und der Zugang zu Bildung und der Gesundheitsfürsorge verwehrt. 2008 inszenierte eine bewaffnete Gruppe – die TFSL (Toubou Front für the Salvation of Libya) – einen Aufstand gegen die Regierung. Das Regime Gaddafis fuhr damit fort, sie zu vertreiben und ihre Häuser zu zerstören.

Während der Revolution 2001 machten die Tebu mit den Rebellen gegen Gaddafi gemeinsame Sache, waren am Fezzan-Feldzug beteiligt und nahmen mehrere Städte ein.
Sie nennen sich selbst das „Felsen-Volk“, weil die Heimat ihrer Vorfahren im felsigen Tibestigebirge liegt.

Wir wollen beten, dass sie den wahren Felsen finden und ihr Leben auf ihn bauen.

Lies, denke nach und bete über Matthäus 7,24-27


15-08-27

Hilferuf

Steh des Nachts auf und schreie zu Beginn jeder Nachtwache, schütte dein Herz aus vor dem Herrn wie Wasser. Hebe deine Hände zu ihm auf!

Klagelieder 2,19

Die Nachrichten der vielen Kämpfe und ihrer Opfer in Libyen sind so überwältigend, dass wir leicht davon betäubt werden. Schnell vergessen wir, dass es sich dabei um echte Menschen wie dich und mich handelt. Der nachfolgende Text ist ein verzweifelter Hilferuf eines Libyers aus einem Ort in der Wüste, der nicht oft in den Nachrichten vorkommt:

„Heute Morgen ging ich ins Krankenhaus, um den Bruder meines besten Freundes zu besuchen. Er war von einem unbekannten Schützen angeschossen worden. In demselben Raum entdeckte ich ein etwa sieben oder acht Jahre altes Kind. Seine beiden Beine waren von einer ziellos geschossenen Granate abgefetzt worden. Der Junge hatte mit seiner Mutter im Hof seines Hauses geschlafen, als die Granaten über ihnen niedergingen. Diese zerrissen seine Mutter komplett, sie starb sofort; ihm dagegen rissen sie „nur“ die Beine ab. Nun saß er also in dem Krankenzimmer, beschäftigte sich mit einem Videospiel, lächelte und versuchte seine Schmerzen mit einem unglaublich starken Willen zu überwinden. Doch ich konnte diese Szene nicht aushalten. Ich rannte aus dem Zimmer heraus und begann furchtbar zu schluchzen.

Ich halte das nicht mehr aus. Was für grausame Menschen sind das nur, die so etwas tun?
Wie pervertiert und krank muss jemand sein, um das Leben eines Kindes so kaputt zu machen?

Meine Freunde versuchten, mich zu trösten. Ich sollte mich beruhigen und genaso stark sein wie dieses Kind. Also ging ich zurück hinein in das Krankenzimmer,  lächelte den Jungen an und er lächelte zurück. Es kostete mich sehr viel Kraft, meine Tränen zurückzuhalten und meine Gefühle wieder in den Griff zu bekommen.

In was für Zeiten leben wir nur? Das kann einfach nicht wahr sein! Am liebsten würde ich von diesem Alptraum aufwachen! Ich sehne mich danach, dass meine toten Freunde wieder am Leben sind. Ich wünsche mir, dass die Leute wieder so werden, wie sie einst waren. Mein Gott, hilf uns!

Ich halte es wirklich nicht länger aus. Ich habe genug! In mir regt sich ein stummer Schrei… Stop! Beendet das Morden! Oh mein Herr, nimm diesen Schmerz und dieses Leid von uns!“

Lasst uns gemeinsam beten, stellvertretend für diesen Mann und die vielen anderen leidenden Libyer! Möge ihr Leiden sie zu dem Einen führen, der alle ihre Tränen abwischen möchte.

Lies, denke nach und bete über Offenbarung 21,1-7


15-08-20

Tripolis

Denen nichts von ihm verkündigt worden ist, die sollen sehen, und die nichts gehört haben, sollen verstehen.”

Römer 15,21

Tripolis ist die Hauptstadt und mit etwa 2 Millionen Einwohnern auch die größte Stadt Libyens. Es liegt im Nordwesten des Landes am Mittelmeer. Nach der Revolution war Tripolis bis Juli 2014 im Vergleich zur zweitgrößten Stadt Bengasi im Osten recht stabil. All das veränderte sich, nachdem die Islamisten bei der Parlamentswahl am 25. Juni 2014 die Mehrheit verloren hatten.

Nur Wochen nach der Wahl brachen Kämpfe zwischen verschiedenen Milizen um den internationalen Flughafen in Tripolis aus. Nach sechs Wochen hatte es 47 Tote und 120 Verletzte gegeben. Der Flughafen und Flugzeuge im Wert von vielen Millionen Euro waren zerstört. In einem Erdöl-Lager in der Nähe des Flughafens brach ein heftiges Feuer aus. Über Wochen waren in Tripolis Benzin, Lebensmittel und Strom knapp.

Letztlich übernahm  die „Operation Morgenröte“ aus Misrata die Kontrolle über den Flughafen in Tripolis. Drei Tage später bildeten Mitglieder der früheren Regierung die „Regierung der nationalen Rettung“  unter Premierminister Omar al-Hassi. Bis zum 1. September waren die meisten Ministerien von bewaffneten Milizen besetzt worden.

In der Zwischenzeit floh die legal gewählte Regierung unter Premierminister Abdulla al-Thani aus der Hauptstadt in das weit östlich gelegene Tobruk. Anfang August hatten schon die meisten westlichen und arabischen Botschaften sowie die „United Nations Support Mission in Libya” (UNSMIL) ihre Mitarbeiter aus Tripolis abgezogen und arbeiten jetzt von Malta oder Tunis aus.

Nur noch wenige Ausländer leben in Tripolis. Der Wert der libyschen Währung ist fast um die Hälfte gesunken. Die Preise steigen und die Hilfen durch die Regierung werden weniger. Trotzdem haben sich die Lebensbedingungen in der Hauptstadt im Laufe des letzten Jahres verbessert. Es gibt Strom, Treibstoff und Lebensmittel. Aber die Stadt bleibt instabil. Im November 2014 verschwand ein Kultsymbol, die Gazellen-Statue aus italienischer Zeit, in Tripolis über Nacht spurlos. Verschiedene Sufi-Heiligtümer aus ottomanischer Zeit waren schon Ziel militanter Angriffe. Im Januar 2015 würde der größte und modernste Supermarkt in Tripolis von Extremisten in Brand gesteckt. Im selben Monat verübte der IS einen Terroranschlag auf das Luxushotel „Corinthia“ mit 13 Toten. Entführungen durch Kriminelle mit hohen Lösegeldforderungen nehmen zu. Auch wenn die Situation an der Oberfläche ruhiger aussieht als im Osten des Landes, gibt es unterschwellig doch eine ständige Angst.

Trotz bewaffneter Auseinandersetzungen in manchen Teilen der Stadt  und der Gefahr für Kinder (und ihre Familien), versuchen die meisten, regelmäßig zur Schule zu gehen, weil sie dadurch mal aus dem Haus kommen und eine Beschäftigung haben.

Wir wollen und in dieser Woche Zeit nehmen, um diese Stadt vor den Thron Gottes zu bringen, dass ihre Einwohner zu dem lebendigen Gott rufen und Wahrheit, Frieden und Sicherheit finden.

Lies, denke nach und bete über Jeremia 29,12-14


15-08-14

Wunder

Er rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle bösen Geister und dass sie Krankheiten heilen konnten und sandte sie aus, zu predigen das Reich Gottes und die Kranken zu heilen. 

Lukas 9,1-2

Joy, eine Nachfolgerin Jesu, war mit ihrem Mann und ihren Kindern nach Libyen gekommen, um eine bessere Arbeit zu finden. Über die Jahre entwickelte sich eine enge Beziehung zu ihren libyschen Nachbarn. Sie bemerkten ihre Hingabe an Gott und waren überrascht zu hören, dass sie auch fastete, obwohl sie keine Muslima war.

Eines Tages erzählte Joys Chefin Asma ihr, dass sie Krebs hatte. Sie musste sich einer Operation unterziehen und hatte Angst, dass sie sterben könnte. Aber Joy versicherte ihr: „Du wirst nicht sterben. Wenn du an Jesus glaubst und ich für dich bete, wirst du die Operation gut durchstehen und nicht sterben.

Joy legte ihre Hand auf Asmas Bauch und betete im Namen Jesu um Heilung. Asma wurde in einer anderen Stadt operiert, aber sie blieb mit Joy in Kontakt und war sehr dankbar, dass sie überlebte.

Assad folgt Jesus nach. Er wurde krank, und jeder dachte, dass er sterben würde. „Allah wird ihn dafür bestrafen, dass er sich vom Islam abgewandt hat“, dachten sie. Aber Gott heilte ihn durch ein Wunder auf die Gebete vieler Christen in aller Welt hin. Als seine Nachbarin Hana von seiner Heilung hörte, entschied sie sich, auch Jesus zu folgen, damit er sie von ihrem Krebs heilen würde. Die Ärzte hatten sie schon abgeschrieben, aber durch die Gebete vieler Menschen wurde sie wieder stärker.

Durch den Gehorsam derer, die Jesus folgen, können Libyer miterleben, dass im Namen Jesu Kraft ist. Auch im Koran wird erwähnt, dass Jesus die Kranken heilte. Lasst uns beten, dass die Kraft Jesu durch Wunder offenbart wird.

Lies, denke nach und bete über Apostelgeschichte 4,1-14


15-07-30

Zugang zu Gottes Wort

“Aber das Wort Gottes ist nicht gebunden.”

2. Timotheus 2,9

Die Bibel und christliche Literatur in der arabischen Sprache waren in Libyen unter Gaddafi nicht willkommen. Und sie sind es bis heute nicht.

Abeer, eine Araberin aus einem anderen Land, hatte eine tiefe Freundschaft mit ihrer libyschen Nachbarin Asma. Diese war sehr großzügig und gab ihr Geschenke und Kleidung für die Kinder. In der libyschen Kultur ist es sehr wichtig, Geschenke zu machen und anzunehmen. Um ihre Wertschätzung und Freundschaft zu zeigen, wollte Abeer Asma eine Bibel schenken. Aber Asma lehnte sie ab. „Das ist falsch“, sagte sie. “Wenn ich die Bibel annehme, werde ich vielleicht als Ungläubige angesehen. Und Gott wird denken, dass ich schlecht bin.“

Mohammed war Polizist und bewachte einen Gläubigen, der in der Polizeistation eingesperrt war. Mohammed war sehr neugierig auf die Bibel, die der Gläubige dabeihatte. Er hatte von der Bibel gehört – und dass er sie nicht lesen durfte. Aber das machte ihn nur noch neugieriger. Er fragte, ob er die Bibel ansehen dürfte. Der Gläubige gab sie ihm, zeigte ihm ein paar Abschnitte und erklärte, dass die Psalmen ihm Trost brachten und wovon die Evangelien handelten. Mohammed gab dem Gefangenen seine Bibel zurück und ging weg. Aber schon wenige Minuten darauf kam er zurück und wollte die Bibel seinem Freund zeigen.

Muslime glauben, dass der Prophet Mohammed die ersten Offenbarungen des Korans während des Monats Ramadan bekam. Einige Verse im Koran ermutigen Leute sogar dazu, die Bibel zu lesen. Aber es gibt trotzdem viel Angst und Ablehnung, wodurch Menschen abgehalten werden, die Bibel anzunehmen und zu lesen. Aber der Heilige Geist benutzt diese Verse im Koran und das Verbot der Bibel in Libyen, um die Menschen auf die Bibel und Jesus neugierig zu machen.

Durch die fehlende Kontrolle einer Zentralregierung können die Leute in Libyen inzwischen die arabische Bibel von einer Webseite herunterladen und sie auf ihren mobilen Geräten lesen. Aber viele haben Angst, Extremisten könnten sich in ihre Computer hacken und sie dann zum Ziel von Mordanschlägen machen. Angst hält die Leute also immer noch gefangen und von der Wahrheit fern.

Wenn wir diese Woche über den Abschnitt aus der Bibel nachdenken, können wir für Menschen um eine wachsende Sehnsucht und Neugier bitten, die Bibel zu lesen – und dass der Heilige Geist ihnen das Verständnis öffnet.

Lies, denke nach und bete über Lukas 24,25-27; 44-46


15-07-23

Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung

Das Verlangen der Elenden hörst du, HERR; du machst ihr Herz gewiss, dein Ohr merkt darauf, dass du Recht schaffest den Waisen und Armen, dass der Mensch nicht mehr erschrecke auf Erden.

Psalm 10,17-18

Menschenhandel ist ein einträgliches Geschäft in Libyen. Unter Gaddafi war es eine vom Staat genehmigte und kontrollierte „Industrie“. Ein paar wenige Menschenhändler mit guten Beziehungen kontrollierten fast die gesamte Bewegung von Menschen aus dem Afrika südlich der Sahara in Richtung Europa. Nach der Revolution 2011 wurde der Menschenhandel zum unkontrollierten, noch einträglicheren und chaotischen Geschäft. Jeder mit ein paar wichtigen Beziehungen konnte sich an der millionenschweren „Industrie“ des Menschenhandels beteiligen.

Die dunkle Seite dieses Geschäfts wird dann offensichtlich, wenn Migranten nicht mehr für ihre Reise zahlen können. In solchen Fällen werden sie oft in Internierungslagern eingesperrt, missbraucht, gefoltert, in Arbeitslager oder als Sex-Sklaven verkauft. Diese brutale Behandlung ist ein mit dem früheren Regime gemeinsames Unrecht. Gaddafi selbst war dafür berüchtigt, Hunderte von Sklaven in privaten Sex-Verliesen zu misshandeln.

Ein Zeuge der Sex-Sklaverei in Libyen sagte: „Sie nahmen sich einfach das Mädchen, das sie wollten. Sie hatten kein Gewissen, keine Moral und keine Spur von Erbarmen, selbst wenn es sich noch um ein richtiges Kind handelte.“ Ein anderer berichtete: „Eine verschwand einfach und tauchte nie wieder auf, obwohl ihr Vater und ihre Brüder nach ihr suchten. Eine andere wurde drei Monate später mitten in einem Park gefunden, schwer verletzt, vergewaltigt und sterbend dort zurückgelassen.“

Trotz dieses grausamen Unrechts wollen wir uns über Gott freuen, der diese Vergessenen in seiner Hand hält. Er vergisst nie ihre Schmerzen und verlässt sie nicht. Nutze den Psalm, um für die Sklaven in Libyen zu Gott zu flehen.

Lies, denke nach und bete über  Psalm 10


15-07-16

Einsamkeit

Gott bringt die Einsamen nach Hause.

Psalm 68,7

Es gibt einige Kirchengebäude in Libyen, wo Christen aus anderen Ländern sich zum Gottesdienst treffen. Aber Libyern ist es von Behörden und Gesellschaft untersagt, diese Orte zu besuchen.

Jesus offenbarte sich Rafiq, als er ein Teenager war. Es war ein herrlicher Moment, der große Auswirkungen auf ihn hatte. Kurz darauf traf er einen älteren Verwandten, Ahmed, der Jesus nachfolgte und Rafiq das Evangelium erklärte. Daraufhin entschied er sich, Jesus zu folgen.

Seitdem sind viele Jahre vergangen, aber Rafiq folgt Jesus immer noch nach. Manchmal fühlt er sich einsam. Er war noch nie in einer Gemeinde und sehnt sich danach, an Treffen mit anderen Gläubigen teilzunehmen – Leuten aus seinem Volk – um gemeinsam Gott anzubeten. Aber ausländische Kirchen darf er nicht besuchen. Er würde so gern sehen, wie das ist, wenn Gläubige sich treffen. Er hat es noch nie erlebt. Er studiert sehr gern die Bibel, aber er sehnt sich zutiefst nach Gemeinschaft.

Ein anderer Libyer erzählt uns: „Vor vielen Jahren ging ich in eine ausländische Kirche in der Stadt, um dort meinen Glauben an Jesus zu bekennen. Aber der Pastor weigerte sich, mich zu treffen. Einer der anderen Männer in der Kirche redete mit mir. Als ich ihm erzählte, ich sei Libyer, meinte er, das sei unmöglich, ich könne kein Libyer sein. Ich antwortete: ‚Die Wahrheit macht und frei, und ich lebe in der Liebe Christi.“

Als ich das Gebäude verließ, wurde mir klar, warum der Pastor nicht mit mir hatte reden wollen – bei meinem Auto warteten Polizisten auf mich. Einer von ihnen nahm mich mit in ihr Auto, um mit mir zu reden. Er sagte mir, ich sei verrückt. ‚Was denkst du, was du da tust?‘ fragte er mich. Ich sagte ihm, ich würde verschiedene Religionen studieren und hätte nicht gewusst, dass ich die Kirche nicht besuchen dürfe. Bevor ich gehen durfte, musste ich ihm meine Adresse und Telefonnummer nennen, wo ich studierte und noch einige andere Dinge. Deshalb konnte ich nie wieder zur Kirche gehen. Als ich einen Freund danach fragte, sagte er mir, dass die Kirche in Libyen nicht predigen dürfe und dass jeder, der sich zum Christentum bekehren würde, mit dem Tod zu rechnen hätte.“

Eine der größten Schwierigkeiten für libysche Nachfolger Jesu ist die Einsamkeit. Sie sehnen sich nach Gemeinschaft mit anderen Gläubigen und nach gegenseitiger Ermutigung durch die Standhaftigkeit im Glauben. Wir können als Leib Jesu unsere Brüder und Schwestern in Libyen durch unsere Gebete ermutigen.

Diese Woche feiern Muslime Eid al Fitr, ein dreitägiges Fest zum Ende des Ramadan, des heiligen Fastenmonats. Libysche Gläubige werden sich währenddessen wahrscheinlich noch mehr nach ihrer geistlichen Familie sehen, um ihren Glauben an Jesus zu feiern.

Lies, denke nach über und bete 1. Korinther 12,12-27


15-07-09

Die enge Pforte

Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen.

Matthäus 7,13

Ahlam glaubte immer, dass Gott sie geschaffen habe und sie liebte. Im Alter von sechs Jahren fing sie an zu beten und zu fasten. Sie liebte es, im Koran zu lesen und weinte dabei aus Liebe zu Gott. Gleichzeitig hatte sie Fragen, die sie nicht zu stellen wagte, um Gott nicht zu erzürnen.

Eines Nachts träumte sie, dass sie an einem finsteren Ort unter Leichen und Skeletten war. Eine helle weiße Hand streckte sich nach ihr aus, nahm ihre Hand und hob sie hoch. Sie wollte sich wehren und fühlte, dass ihre Hand wieder sank, aber die andere Hand ließ sie nicht los. Sie schrie und sprang aus ihrem Bett. Sie war verstört und spürte, dass es keine normaler Traum gewesen war. Also bat sie Gott, ihn ihr zu erklären.

Als sie eines Tages verschiedene Fernsehkanäle überflog, landete sie bei einem Pastor, der gerade sagte: „Der Herr hebt dich aus dem Tod ins Leben!“ Die Worte gingen ihr durch und durch, und sie fragte sich, ob sie tot sei und der Herr ihr Leben geben könnte.

Ahlam flehte Gott an, ihr den richtigen Weg zu zeigen. Fünf Mal am Tag vollzog sie die rituellen Waschungen vor den Gebeten. Aber sie hatte den Eindruck, Gott würde ihr sagen, er könne ihre Gebete auch ohne Waschungen hören. Als sie sich auf ihrem Gebetsteppich niederkniete, sagte Gott ihr, dass er sie überall hören konnte. Aber Ahlam war noch nicht bereit, diese Rituale hinter sich zu lassen.

Dann sah sie in einem anderen Traum ein helles Licht ohne Anfang und Ende. Ihr Geist verließ ihren Körper, und sie kam zu einer kleinen offenen Tür, die in den Himmel führte. Bevor sie hindurchging, sagte sie: „Im Namen Jesu, des Lebendigen aus Nazareth.“ Ein Engel redete mir ihr und gab ihr einen neuen Namen. Freude erfüllte sie völlig an diesem friedvollen Ort.

In den folgenden Tagen bat Ahlam Gott, sie zu lehren, während sie mit Zweifeln zu kämpfen hatte. Sie sah fern, als jemand die Stelle las: „Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen.  Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!“ Von diesem Tag an glaubte sie an Jesus. Sie begann, in der Bibel zu lesen, und als ihre Beziehung mit dem Herrn wuchs, wusste sie, dass sie durch den Geist Gottes in einen neuen Menschen umgeformt wurde.

„Jeden Tag werde ich von innen gereinigt!“ sagt Ahlam. „Jesus hat meine Sicht von anderen und mein Handeln verändert.“

Preist Gott, der alle Menschen liebt! Er lädt sie zu sich selbst ein und sagt: „Hier bin ich, klopf an die Tür!“

Lies, bete und denke nach über Epheser 2


15-07-03

Eine Sehnsucht nach Vergebung

Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsre Sünden tragen uns davon wie der Wind.  

Jesaja 64,5

Im Ramadan praktizieren Muslime ihren Glauben mit mehr Eifer, weil sie hoffen, dass ihre Sünden vergeben werden. Ein libyscher Bruder erzählt uns hier einen Teil der Geschichte, wie er Jesus fand:

Meine Familie ist sehr liebevoll und großzügig. Meine Eltern haben ihr Bestes getan, um mir alles zu geben, was ich brauchte. Wir waren eine normale Familie, die auch die üblichen Kämpfe hatte, aber sie waren nie so groß, dass wir sie nicht hätten bewältigen können.

Als Jugendlicher begann ich, sehr treu zu beten. Mit sechzehn verrichtete ich die rituellen Gebete voller Hingabe und nahm mir auch sonst viel Zeit, um zu beten. Aber ich ging nicht zu den Freitagsgebeten in der Moschee, weil ich die Leute als heuchlerisch empfand, und auch die Predigten des Scheichs schienen mir voller vorgefertigter und ständig wiederholter Worte zu sein.

Trotz meiner vielen Gebete fühlte ich, dass Gott sehr weit weg war. Es schien, dass alle meine Gebete nur auf der Erde landeten. Ich bekam keine Antworten von Gott. Seit ich Teenager war, glaubte ich immer, dass Gottes Schweigen mit meiner Sünde zu tun hatte, die mich als Hürde daran hinderte, mich im Leben vorwärts zu bewegen. Ich hasste mich selbst wegen meiner Sünde. Ich betete morgens um drei oder vier Uhr inbrünstig. Ich weinte, flehte und bat Gott, mir nahe zu sein und mich vor Schuld und Sünde zu schützen. Aber ich bekam nie eine Antwort von Gott. Ich fühlte, dass er mich nicht annahm und mir nicht vergab.

Traurigkeit war mein ständiger Begleiter und die Sünde war mein Feind. Ich widmete mich dem Lesen des Korans und versuchte, das ganze Buch im Ramadan durchzulesen (wie es viele Muslime in diesem Monat tun). Ich schaffte es nicht und war sehr enttäuscht darüber. Ich betete: „Vergib meine Schuld, oh Herr, denn sie ist groß!“

Ich ging sehr gern ans Meeresufer oder andere einsame Plätze, um für mich zu sein und Gott im Gebet mit Tränen näher zu kommen. Aber meine Sünde ließ mir keine Ruhe. Etwas sagte mir immer wieder, dass sie mich nie verlassen würde. Ich wusste, dass das der Teufel war, der alle Menschen vernichten will. Ich suchte im Internet nach Antworten. Ich sprach mit einem religiösen Führer über Sünde, aber seine Worte waren hasserfüllt und machten mir noch mehr Angst. „Gott wird dich am Tage der Auferstehung verfluchen!“ sagte er. „Du bist wie eine brennende Kohle in der Hölle und kannst dein Leben nicht ändern – du wirst in der Hölle verbrennen!“ Ich lebte in einem Meer der Furcht.

Mit seiner unnachgiebigen Sehnsucht nach Vergebung lernte dieser Libyer schließlich Jesus kennen. Im Ramadan werden viele Libyer mehr beten und den Koran durchlesen, weil sie Vergebung suchen. Aber sie werden sich weiter enttäuscht und leer fühlen. Nimm den Psalm unten, um für die Libyer zu Gott zu flehen. Bete um einen wachsenden Hunger nach Vergebung, und dass dieser die Menschen dazu bringt, zu Gott zu rufen.

Lies, bete und denke nach über Psalm 51


15-06-25

Gott näher kommen –

die Geschichte eines Gläubigen

„So spricht der HERR: Tretet hin an die Wege und schaut und fragt nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele!“

Jeremia 6,16

“Ich bin ein Libyer aus muslimischem Hintergrund. Ich habe Jesus Christus als meinen Herrn und Retter angenommen und weiß, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben war, ist und immer sein wird.

Als ich noch jünger war, habe ich alles getan und gelesen, wovon ich dachte, dass es mich näher zu Gott bringen würde. Bis zu jener Nacht während des Ramadan vor einigen Jahren. Nachdem ich gebetet hatte, stieß ich auf eine Fernsehsendung, in der ein Ausländer davon sprach, dass Gott auf diese Erde gekommen war, um die Strafe für alle unsere Sünden zu bezahlen. Ich hörte, dass Gott uns vergeben hat und uns ewiges Leben anbietet, wenn wir sein Werk am Kreuz annehmen. Ich war aufgewühlt. Das war anders als das, was ich vom Koran kannte, und ich wollte mehr erfahren. Ich fühlte mich, als wäre ich betäubt und all diese Jahre der Suche in eine Sackgasse geführt worden.

Seitdem sah ich mir oft christliche Fernsehsendungen an, durch die Gott mein vages Verständnis veränderte und meinen Hunger danach stillte, ihn zu kennen. Damals war das Fernsehen die einzige Möglichkeit bei uns, etwas von dem Gott der Bibel zu lernen. Nach einiger Zeit verstand ich, dass ich Jesus in meinem Leben brauchte. Ich sah, dass er nicht nur ein Prophet und in seiner Gerechtigkeit ein Vorbild war, sondern dass er auch mein Gott war, der mich liebte. Er hatte sich selbst am Kreuz geopfert, um mich zu retten und mir Hoffnung, Leben und Trost zu geben – besonders während der schwierigsten Zeiten meines Lebens.

Ich hatte viele theologische Fragen, aber durchs Gebet zeigte der Herr mir nach und nach all die Antworten, und ich fand in ihm den richtigen Weg. Amen.“

In diesem Monat ist Ramadan, und die Libyer fasten gemeinsam mit Muslimen in aller Welt. Lasst uns für sie zu Gott rufen, damit sie die Liebe, die der himmlische Vater zu ihnen hat, durch Jesus Christus erkennen.

Lies, denke nach und bete über Johannes 14,20-29


15-06-18

Ramadan

Und es wird geschehen zu der Zeit, dass das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein.

Jesaia 11,10

Hend ist eine 20-jährige Frau und lebt in einem kleinen libyschen Dorf. Sie liebt den Ramadan, während dessen Muslime in der ganzen Welt von der Morgendämmerung bis nach dem Sonnenuntergang fasten. Als Hend erst 12 Jahre alt war, fing sie schon an, in dieser Zeit gänzlich auf Essen und Trinken zu verzichten. Niemand hatte sie dazu gezwungen – sie wollte einfach Teil der weltweiten muslimischen Gemeinschaft sein.

Der Ramadan ist auch eine Zeit, in der Muslime besondere Gebete rezitieren und den Koran durchlesen. Der Fastenmonat ist eine der fünf Säulen des Islam, die Muslime befolgen müssen, um ins Paradies zu kommen. In diesem Monat kann man seine Belohnung von Gott verdoppeln und Vergebung vergangener Sünden erreichen.

Hend und ihre Familie stehen jeden Morgen vor der Morgendämmerung auf, essen ihre letzte Mahlzeit und verrichten das erste Gebet des Tages, bevor sie den ganzen Tag über fasten. Nach dem Sonnenuntergang brechen sie das Fasten mit Datteln und Milch. Dann versammelt sich die ganze Familie im Wohnzimmer, wo einer ihrer Onkel sie im Gebet leitet. Dann essen sie das Abendessen. Anschließend gehen die Männer der Familie zum letzten Gebet des Tages in die Moschee, während Hend mit ihrer Mutter und ihren Schwestern zu Hause betet. Der Tag endet mit einem freiwilligen Ramadan-Gebet, dem ‚Taraweeh‘, während die Gemeinschaft den Koran zitiert.

Hend liebt diese Abende. Außer den speziellen Gebeten spielen in dieser Zeit auch das Essen und die Besuche bei Freunden und Nachbarn eine große Rolle. Aber dieses Jahr ist der Ramadan weniger freudig als früher. Alle in Hends Familie machen sich Sorgen über die Zukunft. Sie sehnen sich nach Frieden. Sie hoffen, dass Gott ihre Gebete um eine bessere Zukunft in diesem Ramadan erhört.

Lies, denke nach und bete über  Epheser 2


15-06-11

Herausforderungen für Nachfolger Jesu

 Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.”

2. Korinther 5,17

„Mein Leben hat sich völlig verändert, seit ich Jesus folge. Ich habe angefangen, Menschen unabhängig von ihrer Persönlichkeit oder Herkunft bedingungslos zu lieben. Ich habe gelernt, Menschen zu vergeben, die mir Unrecht getan haben. In anderen Worten – ich bin ein neuer Mensch geworden.

Allerdings erlebe ich als Nachfolger Jesu in Libyen auch viele Herausforderungen. Meine Angehörigen und vor allem meine Eltern setzen mich unter Druck und fragen ständig, warum ich das ‚Salaat‘, das rituelle Gebet fünf Mal am Tag, nicht verrichte. Manchmal gehe ich freitags mit zum Gebet in die Moschee, einfach nur, damit sie mich nicht ständig deshalb drangsalieren. Meine Eltern sind religiös. Mein Vater geht jeden Tag in die Moschee, und meine Mutter liest jeden Tag im Koran. Die Beziehung zu meinen Eltern ist sehr strapaziert. Aber noch wichtiger ist, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Ehre und der persönliche Ruf ungeheuer wichtig sind. Wenn Menschen in unserem Umfeld von meinem Glauben erführen, wäre der Ruf meiner Eltern und meiner ganzen Familie ruiniert. Ich wäre das „schwarze Schaf“, und das würde meiner Familie über Jahre nachhängen.

Ich lebe in einer muslimischen Gesellschaft, und deshalb muss das islamische Gesetz angewandt werden. Das bedeutet, dass ich für den Abfall vom Islam umgebracht werden könnte. Wer in meiner Gesellschaft Jesus folgt, muss mit den unterschiedlichsten Arten von Verfolgung rechnen.“

In einer Woche beginnt der Ramadan, der heilige Fastenmonat der Muslime. Viele Gläubige, wie unser libyscher Bruder, der die Zeilen oben schrieb, kämpfen mit der Frage: „Wie verhält sich ein Nachfolger Jesu während dieser Zeit? Wie kann ich Gott ehren und meine Familie für ihn gewinnen? Wie kann ich in meiner Kultur Jesus weise folgen?“

Lasst uns unsere Geschwister im Gebet unterstützen!

Lies, denke nach und bete über Apg. 15,6-20


15-06-04

Die Geschichte zweier Regierungen

“Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke! Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand.”

Daniel 2,20-21

Seit Juli 2014 sind in Libyen zwei Regierungen an der Macht: die „Regierung der nationalen Rettung“ in Tripolis und das “Repräsentantenhaus”, angeführt von Premierminister Abdulla al-Thani.

Nach der Wahl am 25. Juni 2014 spaltete sich die Regierung. Die Islamisten hatten die Mehrheit im „Repräsentantenhaus“ verloren. Die Lage war sehr angespannt, zum Teil auch aufgrund des Beginns eines „Feldzuges“ mit dem Ziel, Extremisten aus dem Osten Libyens zu vertreiben. Kurz bevor die Volksvertreter Ihr Amt offiziell antreten sollten, griffen die „Misrata-Brigaden“, auch bekannt als „Operation Morgenröte“, den Flughafen in Tripolis an. Zwei Wochen dauerten die Gefechte. Der Flughafen wurde völlig zerstört und auch die nahgelegene Raffinerie in Brega angegriffen.

In der Annahme, dass Tripolis zu unsicher war, stimmte die Mehrheit der neu gewählten Parlamentarier dafür, die Amtsgeschäfte nach Tobruk zu verlegen. Dadurch konnten sich die „Misrata-Brigaden“ im Westen des Landes festsetzen, übernahmen alle Regierungsgeschäfte in Tripolis und setzen die „Regierung der nationalen Rettung“  unter Premierminister Omar al-Hassi ein.

In Oktober 2014 erklärte der Oberste Gerichtshof Libyens die Wahlen vom Juni ohne Angabe von Gründen für illegal und ordnete die Auflösung des Parlaments an. Allerdings ignorierten das Repräsentantenhaus (in Tobruk) und die internationale Gemeinschaft diese Anordnung.

Die „United Nations Support Mission in Libya” (UNSMIL) versucht, mit Führern aller Fraktionen eine gemeinsame Regierung zu formen. UNSMIL hat die Aufhebung des Waffenembargos gegen Libyen von der Bildung einer solchen gemeinsamen Regierung abhängig gemacht. Währenddessen hat die die Libysche Nationalarme, die die Regierung in Tobruk vertritt, mit der Unterstützung Ägyptens eine sofortige Aufhebung des Embargos gefordert. Begründet wird diese Forderung mit der Vergrößerung des Chaos durch fehlende Waffen und der zunehmenden Präsenz des „Islamischen Staates“.

Beide „Regierungen“ fordern, dass bestimmte Bedingungen erfüllt werden, bevor sie an Gesprächen unter der Leitung der UN teilnehmen. Das Parlament (in Tobruk) kritisiert, die internationale Gemeinschaft hätte den Islamisten (in Tripolis) ungerechtfertigte Möglichkeiten eingeräumt, nur weil diese nach der Wahlniederlage zu den Waffen gegriffen hätten. Die Befürworter des “ Regierung der nationalen Rettung ” glauben, dass deren Machtübernahme rechtens gewesen sei und sie deshalb auch ein Mitspracherecht haben sollte.

Inzwischen gibt es zahlreiche Untergruppen innerhalb und außerhalb der beiden Regierungen, die wiederum für ihre eigenen Ziele kämpfen. Das verkompliziert die Aufgabe, Libyen wieder zu einen, weiter. Die Mehrheit der Libyer ist die andauernden Auseinandersetzungen einfach nur leid. Die Menschen wollen, dass Stabilität und Sicherheit Einzug halten und sie wieder ein normales Leben führen können.

Lasst uns diese Woche im Gebet darum bitten, dass der Heilige Geist seine Pläne im Blick auf die Regierung Libyens offenbart. Welche Regierung würde die geistliche Ernte in diesem Land am meisten fördern?

Lies, denke nach und bete über Jesaja 9,6.7


15-05-29

Ermutigung von Jesus

 Ich liege und schlafe und erwache; denn der HERR hält mich.

Psalm 3,6

Hamid beschäftigte sich schon länger mit Jesus und war fasziniert von ihm. Unbemerkt von seiner Familie rief er bei einem christlichen Fernsehsender an und entschied sich, Jesus zu folgen. Als dann die Gewalt Libyen immer mehr packte, entschied Hamids Familie, das Land für eine kurze Zeit zu verlassen. Während der Zeit im Ausland versuchte Hamid erfolglos, eine christliche Gemeinde zu besuchen. Seine Familie schöpfte Verdacht im Blick auf seine Hingabe an Jesus, und sie waren nicht glücklich darüber. Hamid selbst bekam immer mehr Angst, bis er beim Gedanken an die Rückkehr nach Libyen von Todesfurcht gepackt wurde.

Dann träumte Hamid, dass er in der Dunkelheit unterwegs war und panisch weinte. Ein Mann kam und fragte ihn, was los sei. „Ich habe Angst, meinen Weg fortzusetzen“ antwortete er, „es ist sehr dunkel hier!“ „Geh weiter, und du wirst ein Haus finden, wo Menschen in Not geholfen wird.

Also ging Hamid weiter, bis der das Haus fand. Er klopfte, und ein bärtiger, strahlender Mann in weißer Kleidung öffnete die Tür. „Warum weinst du?“ fragte er Hamdi. „Ich habe Angst, in der Dunkelheit zu gehen.“ Du stehst jetzt unter meinem Schutz”, sagte der Mann, “du brauchst vor nichts mehr Angst zu haben. Komm herein!”

Nach diesem Traum ging Hamid zurück nach Libyen und blieb Jesus dort treu.

Khaled, ein anderer Nachfolger Jesu, erzählte einem religiösen Mann, wie Jesus ihm im Traum erschienen war. Der Mann brachte alle möglichen Argumente, um Khaled zum Islam zurückzubringen. Eines Tages kam dieser Mann zu Khaled und erzählte, dass Jesus auch ihm im Traum erschienen sei. Er hätte gesagt, es sei an der Zeit, dass er für ihn arbeite. Dieser Mann entschied sich auch, Jesus nachzufolgen.

Obwohl es in Libyen sehr schwer ist, von Jesus zu hören, antworten Menschen dort auf Jesu Ruf, ihm zu folgen. Jesus lässt sich nicht durch menschliche Macht und religiöse Gesetze abhalten, Menschen zu begegnen. Preist Gott dafür und bittet ihn um ein noch stärkeres Wirken des Heiligen Geistes und weitere Offenbarungen für Libyer.

Lies, bete und denke nach über Joel 2,28-32


15-05-21

Instabilität und das Leid der Flüchtlinge

Denn der Herr, euer Gott, Er ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, mächtige und furchtgebietende Gott, der die Person nicht ansieht und kein Bestechungsgeschenk annimmt, der der Waise und der Witwe Recht schafft und den Fremdling liebhat, so dass er ihm Speise und Kleidung gibt.

Mose 10,17-18

Am 18. April diesen Jahres kenterte im Mittelmeer zwischen Libyen und der italienischen Insel Lampedusa ein Flüchtlingsboot mit mehr als 700 Personen an Bord. Nur 28 Passagiere konnten gerettet werden.

Lampedusa liegt nur 300km von der libyschen Küste entfernt. Die Insel bietet Tausenden illegaler Flüchtlinge Zuflucht.

Libyen stellt ein wichtiges Transit-Land für afrikanische Flüchtlinge dar. Seit der Revolution in 2011, bei der der libysche Machthaber Gaddafi gestürzt wurde, hat sich der Menschenhandel zu einem boomenden Geschäft entwickelt. Die libysche Küste ist 1770km lang; die 5000km lange Landgrenze liegt fast ausschließlich in unbesiedelten Wüstengebieten. Weil es keine zentrale Regierung gibt, die Recht und Ordnung geltend machen könnte, können Schmuggler offen agieren. Die Militärs dagegen, die weite Teile des Landes kontrollieren, verdienen mutmaßlich große Mengen Geld durch das Geschäft des Menschenhandels. Entweder, indem sie diesen selbst organisieren, oder indem sie Gebühren von den Gruppen verlangen, die durch ihr Territorium reisen. Die hohe Nachfrage bewirkt auch gestiegene Geldforderungen der Schmuggler. Mit jedem überladenen Boot, das Libyen verlässt, nehmen sie zehntausende Euro ein.

Manche Schmuggler nutzen sogar Facebook als Werbeplattform für Menschen aus dem Mittleren Osten und Afrika, die verzweifelt versuchen, dem Krieg und der Armut zu entfliehen.

Die Vereinten Nationen (UN) schätzen, dass allein 2014 mehr als 110.000 Flüchtlinge libysches Staatsgebiet durchquert haben. Dagegen starben allein innerhalb der ersten drei Aprilwochen diesen Jahres mindestens 1300 Menschen, wodurch 2015 voraussichtlich zum tödlichsten Jahr jemals für Flüchtlinge wird.

Doch wie kann diese illegale Fluchtbewegung aufgehalten werden? Wie können die Probleme, die die Menschen zu dieser lebensgefährlichen Flucht nach Europa veranlassen, angepackt werden? Es ist ein vielseitiges Problem: Armut, Kriege, geldgierige Schmuggler, rücksichtslose Regierungen und weitverbreitete Korruption. Jesus sagte einmal, dass Gott es selbst weiß, wenn ein Spatz auf die Erde fällt – wie viel mehr wird Gott dann nicht um das Leben dieser Flüchtlinge besorgt sein?

Nimm dir einige Minuten Zeit und bitte Gott um Weisheit, für die Flüchtlinge, die Schmuggler und die verschiedenen Regierungen (in Libyen, Afrika, dem Mittleren Osten und in Europa) zu beten. Hat nicht die weltweite Kirche in diesem Zusammenhang einen Auftrag?

Lies, denke nach und bete über Matthäus 25,31-46


15-05-15

Der Weg, die Wahrheit und das Leben

Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Johannes 14,6

Yahyah wuchs in einer typisch islamischen Umgebung auf. Er began, den Koran zu studieren, nachdem er acht Jahre alt geworden war. Nach der Oberschule ging er zur Uni und freundete sich dort mit Radwaan an. Dieser folgte seit einigen Jahren Jesus nach, erzählte es Yahyah aber anfangs nicht. Als er es Monate später dann tat, war Yahyah schockiert und entschied sich, nicht mehr mit diesem „Ungläubigen“ Radwaan zu reden. Aber zwei Wochen später drängte es Yahyah doch, sich mit seinem Freund zu versöhnen und herauszufinden, warum dieser den Islam ablehnte.

Sie verbrachten Stunden und Tage in Diskussionen über beide Religionen. Yahyah wollte den Islam verteidigen und Radwaans Glauben zerstören, aber er merkte, dass seine eigenen Argumente schwach und unbegründet waren.

Yahyahs Verwirrung nahm Tag für Tag zu. Ihre Debatten machten klar, dass er nicht ernsthaft glaubte, sondern nur von seiner Familie eine Religion geerbt hatte. Er kehrte dem Islam den Rücken, wurde Atheist und verachtete religiöse Menschen, besonders Muslime und Christen. Bald bekam er Depressionen. Sein Verstand wies ihn an, nicht mehr an Gott zu denken, aber sein Herz sehnte sich nach einem Retter.

Dann überlebte Yahyah durch ein Wunder einen schweren Verkehrsunfall. Während er sich davon erholte, dachte er über sein ewiges Schicksal nach. Wo würde er nach dem Tod sein? Wenn es Gott doch gäbe, käme er dann in den Himmel oder in die Hölle? Er sehnte sich ernsthaft nach einer Antwort und durchsuchte das Internet, um mehr über Jesus herauszufinden. Je mehr er über ihn las, desto mehr liebte er ihn. Aber etwas schien ihm zu sagen, er solle von Jesus fern bleiben.

Dann rief Yahyah eines Tages verzweifelt zu Gott, er möge sich offenbaren. Kurz danach hatte Yahyah einen Traum. Ein Mann kam mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu und sagte nur „Jesus“. Yahyah wachte auf, wusste, dass Jesus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist und nahm ihn auf der Stelle als Herrn und Retter an.

Lies, denke nach und bete über Johannes 10,9-16


15-05-07

Folgen der andauernden

Gewalt und Instabilität

Wiederum sah ich alles Unrecht an, das unter der Sonne geschieht, und siehe, da waren Tränen derer, die Unrecht litten und keinen Tröster hatten. Und die ihnen Gewalt antaten, waren zu mächtig, sodass sie keinen Tröster hatten.

Prediger 4,1

Eigentlich war es nur das harmlose Ballspiel einiger Kinder. Die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit machte allen zu schaffen, aber die Unsicherheit im Land war der eigentliche Grund für die überall spürbaren Spannungen. Als die Kinder anfingen, einander anzuschreien und zu schlagen, kam ein Vater dazu und schlug die Gegner seiner Kinder. Diese liefen nach Hause und erzählten ihrem Vater, was passiert war. Voller Zorn nahm dieser seine Waffen und rannte hinaus, in dem er Verwünschungen über die anderen Kinder und deren Vater aussprach. Er drückte ab und tötete seinen Nachbarn.

Die Nachricht machte schnell die Runde, und die Brüder und Cousins des Ermordeten waren bald mit mehr und größeren Waffen zur Stelle. Sie erschossen aus Rache den Mörder und zerstörten sein Haus mit Raketenwerfern.

Nach einer Studie vom Oktober 2013 litt schon damals etwa ein Drittel der Libyer durch die Gewalt und die Gesetzlosigkeit an psychischen Problemen. Und wahrscheinlich hat sich die Situation seitdem noch verschlechtert. Die Menschen sind die Gewalt leid, aber trotzdem geht sie weiter – und mit ihr Bitterkeit und Hass. Die Träume von einer besseren Zukunft sind zerbrochen. Lasst uns die Menschen zum Thron der Gnade bringen, damit ihre Ohren für die Stimme des Guten Hirten offen werden.

Lies, denke nach über und bete Jesaja 30,15-21


15-05-01

Mitarbeiter

Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Johannes 15,8

In der jüngeren Geschichte hat Libyen mit guten Arbeitsmöglichkeiten und attraktiver Bezahlung Menschen aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten angezogen. Manche von ihnen sind sehr gut ausgebildet und arbeiten als Mediziner, Ingenieure, Geschäftsleute oder Pädagogen. Die weniger Gebildeten verrichten einfache Arbeiten und legen so viel wie möglich für ihre Familien zu Hause zurück.

Durch die andauernde Gewalt und die politische Instabilität hat sich die Zahl der Ausländer verringert, aber viele sind trotzdem geblieben. Manche sind nominelle Christen, für die ihre Religion Teil ihrer kulturellen Identität ist. Andere haben eine echte Beziehung zum lebendigen Gott. Unter Letzteren sind manche, die verstehen, dass die Berufung als Licht und Salz in der Welt auch für ihre Arbeitsstelle gilt.

Jedoch hat die Angst die meisten ausländischen Gläubigen zum Schweigen gebracht. In den vergangenen Jahren wurden einige von ihnen angegriffen, eingesperrt oder sogar umgebracht. Man scheint ihnen klarmachen zu wollen: Verhaltet euch unauffällig und gebt das Evangelium nicht weiter.

Diese Woche wird in vielen Ländern der „Tag der Arbeit“ gefeiert. Bittet den Herrn der Ernte, mehr Mitarbeiter innerhalb und außerhalb Libyens zu berufen und zu senden. Bittet darum, dass der Heilige Geist euch zeigt, welche Hindernisse Gläubige davon abhalten, Gottes Ruf zu gehorchen – und betet, dass sie überwunden werden.

Lies, denke nach und bete über Römer 10,13-16


15-04-23

Sebha

Und ich, ich sollte nicht betrübt sein wegen der großen Stadt Ninive, in der mehr als 120.000 Menschen sind, die nicht unterscheiden können zwischen ihrer Rechten und ihrer Linken, und eine Menge Vieh?

Jona 4,11

Sebha ist eine Wüstenstadt bei einer Oase im Südwesten Libyens mit etwa 130.000 Einwohnern. In der Geschichte war es die Hauptstadt der Fezzan-Region. Außerdem war Sebha eine der Hochburgen Gaddafis und fiel in der Revolution 2011 als letzte Stadt an die Rebellen.

Seit 2012 gibt es immer wieder Zusammenstöße zwischen arabischstämmigen und schwarzafrikanischen Völkern um die regionale Macht und internationale Anerkennung. Die Spannung zwischen den schwarzafrikanischen „Tebu“-Kämpfern und arabischen Stämmen bleibt ein dauernder Faktor der Instabilität.

Da die Regierung die Gebiete an den Landesgrenzen im Süden schlecht kontrollieren kann, bieten diese ein ideales Rückzugsgebiet und eine Plattform für regionale Netzwerke islamistischer Extremisten. Anfang 2015 griffen Verbündete des IS Regierungssoldaten in der Nähe von Sebha an und töteten 14 von ihnen.

Sebha eine wichtige Durchgangsstadt für Transporte mit schwer beladenen LKW durch die Sahara in Länder wie Tschad, Niger und Algerien. Die geistliche Atmosphäre in dieser Stadt ist dunkel und schwer. Frauen beschäftigen sich mit Okkultismus und Hexerei und werden aufgesucht, um Menschen zu verfluchen.

Trotzdem wurden schon Samen des Evangeliums ausgestreut. Vor vielen Jahren lebte eine Familie koptischer Christen aus Ägypten neben Halimas Familie in Sebha. Halima und ihre Schwestern spielten mit deren Kindern und waren sehr neugierig, was die ungewohnten religiösen Feiertage betraf. An einem Karfreitag fragte Halima sie nach der Bedeutung dieses Tages. Als ihre Freunde gerade anfangen wollten, diese zu erklären, kam deren Mutter und nahm die Kinder schnell mit.

Halima zog später in eine andere Stadt um. Aber noch Jahre später fragte sie sich, warum diese Familie Angst gehabt hatte, über ihren Glauben zu sprechen – aber dieses Erlebnis hatte auch ihre Neugier im Blick auf Karfreitag und Jesus verstärkt.

Lies, denke nach und bete über Jona 3,5-10


15-04-17

Die Familien der Gläubigen

Aber Gott hat den Leib zusammengefügt …, damit keine Spaltung im Leib sei, sondern die Glieder dieselbe Sorge füreinander hätten. Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; oder wenn ein Glied verherrlicht wird, so freuen sich alle Glieder mit.

Korinther 12,24-26

Ein arabischer Ausländer wurde mit seinen Freunden geschlagen und ins Gefängnis gesteckt, weil man ihnen vorwarf, Muslime bekehren zu wollen. Seine Frau erlebte einerseits Gottes Gnade, aber andererseits tobte auch ein Kampf in ihr. Ihr Vermieter und ihre Nachbarn wollten sie dazu bringen, wegzuziehen. Als sie versuchte, ihren Mann im Gefängnis zu besuchen, begegneten ihr Behörden und Polizei feindlich. Sie wurde von Ängsten geplagt: „Treffe ich die richtigen Entscheidungen? Hätte ich Dinge anders machen sollen?“ Ihre Kinder wurden in der Schule und von Spielkameraden ausgegrenzt. Eines Tages konnten sie ihren Vater besuchen, dessen Gesicht mit blauen Flecken und Wunden von den Schlägen übersät war. Zuhause musste sich ihr kleiner Sohn übergeben und hatte mit Alpträumen zu kämpfen.

Die Familien der Gläubigen in Ländern wie Libyen kennen das Leiden. Ihre ungläubigen Verwandten setzen sie unter Druck, damit sie ihren Glauben verleugnen. Manche Gläubigen finden keine Arbeit, um ihre Familien zu ernähren. Die Kinder werden in der Schule ausgegrenzt. Manche fürchten, dass Kinder oder Ehepartner entführt oder umgebracht werden könnten. Dieser Druck strapaziert Ehen und Beziehungen. Der Teufel verfolgt die Taktik, einzuschüchtern und Trennung zu verursachen.

Lasst uns den Gläubigen vor Ort und ihren Familien in ihrem Leiden beistehen und sie vor den Thron der Gnade bringen.

Lies, denke nach und bete über Psalm 18


15-04-09

Offenbarung von Jesus

Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist.

In mir brannte eine Frage: “Ahmed, hast du Träume?”

„Aber natürlich“, war seine Antwort.

„Hast du je von einem weiß gekleideten Mann geträumt?“

Die Antwort war ein klares “Ja”.

„Dann erzähl mir bitte, was du gesehen hast.“

Ahmed erklärte, dass er diesen Mann schon oft in seinen Träumen gesehen hatte, aber nicht wusste, wer er ist. „Aber er zeigt mir, was ich tun soll, wie z. B. meine einsame Großmutter besuchen oder den Armen etwas geben.“

Ich lächelte. Ja, ich kannte diesen Mann, auch wenn ich ihn nie in einem Traum gesehen hatte. Ich fragte: „Und du tust diese Dinge, obwohl du nicht weißt, wer der Mann ist? Du weißt doch nicht, ob er gut oder böse ist. Wer ist er?“

„Oh, er ist ein guter Mann, das weiß ich ganz sicher!“

Ich schlug Ahmed vor, den Mann im Traum nach seinem Namen zu fragen, wenn er ihm das nächste Mal erschien.

Betet für Ahmed und viele andere, die darauf vorbereitet sind, dass sich der „Sohn des Menschen“ ihnen persönlich offenbart.

Lies, denke nach und bete über Johannes 3,13-18


15-04-02

Wer ist Jesus?

“Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung.”

Kolosser 1,15

Susan betrat einen Laden in der Altstadt. Ali, der Ladenbesitzer, fragte sie: „Bist Du Christin oder Muslima?“ Sie gab sich als Christin zu erkennen, und Ali schlug vor, sie solle den Koran lesen, weil es dort auch ein Kapitel über Jesus und Maria gebe. Worauf sie antwortete, dass sie in der Bibel alles finden könne, was sie wissen müsse.

„Was hat die Bibel denn?” wollte Ali wissen.

„Alles was ich zum Leben brauche“, antwortete Susan.

Ali stellte sich auf ein Streitgespräch ein und fragte: „Wer ist Jesus?“ „Das Wort Gottes“, antwortete Susan.

„Wer ist Gott und wo ist er?“ forderte Ali sie heraus.

„Er ist der Schöpfer des Universums. Er ist im Himmel, und sein Heiliger Geist ist uns so nah wie unsere Hauptschlagader. Und weißt du, von wem Koran und Bibel sagen, dass er nie gesündigt hat?“

Ali meinte, alle hätten gesündigt. Weil Susan schwieg, schlug Ali vor, dass vielleicht die Propheten nicht gesündigt hätten. Aber Susan erwiderte, dass nur eine Person nie gesündigt hätte.

„Also war es Jesus?“ wollte Ali wissen, jetzt doch neugierig geworden.

Aber Susan erklärte: „Als Christen glauben wir nicht einfach alles, was wir hören, sondern wir erforschen die Heiligen Schriften und bitten Gott, uns Klarheit zu geben.“

Viele Libyer würden wohl sagen, dass sie an Jesus glauben. Sie erkennen an, dass er das Wort Gottes ist, aber eigentlich ist er für sie nur ein guter Mensch, einer der Propheten Gottes. Sie verneinen seinen Tod am Kreuz (und deshalb auch seine Auferstehung) und dass er der Weg zum Vater ist. Nur der Geist Gottes kann Menschen zeigen, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Lasst uns weiter für unsere verlorenen Freunde in Libyen um diese Offenbarung beten.

Lies, denke nach und bete über Johannes 1,1-37


15-03-26

Sirte

„Er beendet Kriege überall auf der Erde, Pfeil und Bogen bricht er entzwei, er zerschmettert Speere und verbrennt Streitwagen im Feuer. Lasst euren Aufruhr und erkennt, dass ich allein Gott bin, hoch erhaben über alle Völker, geehrt in aller Welt.“

(Psalm 46,10-11 NGÜ)

Die Enthauptung von 21 koptischen Christen durch eine mit dem IS in Libyen verbundene Gruppe schockierte die Welt. Die Christen waren einen Monat vorher in Sirte, einer Küstenstadt auf  halber Strecke zwischen Tripolis und Bengasi, entführt worden.

Der italienischen Besatzungsmacht diente Sirte von 1911 bis 1934 als Verwaltungssitz. Als in seiner Umgebung Öl entdeckt wurde, nahm der Ort weiter an Bedeutung zu und seine Bevölkerung wuchs auf fast 80.000 an. Sirte war außerdem Gaddafis Heimatstadt – er wurde hier geboren und starb schließlich auch hier. Gaddafis Reichtum trug stark zur Entwicklung der Stadt bei, wodurch Sirte als eine reiche Stadt mit luxuriösen Häusern bekannt wurde, die jedoch zum größten Teil  während der Revolution zerstört wurden.

Seit dem Sturz Muammar Gaddafis 2011 ist Sirte zu einem Stützpunkt militanter Gruppen geworden. Ein Regierungssprecher schätzt, dass sich etwa 1000 Kämpfer in der Stadt aufhalten.

Im Dezember 2014 wurde außerdem ein christlicher Arzt aus Ägypten zusammen mit seiner Frau in seinem Haus in dieser Stadt umgebracht. Ihre 13 jährige Tochter wurde entführt und wenige Tage darauf  wurde ihre Leiche gefunden. Der Vorsitzende des Kommunalrats von Sirte erklärte, der Angriff sei religiös-motiviert gewesen.

Die Stadt ist ein Bollwerk von Ansar alSharia, einer islamistischen Gruppe, die von den Vereinten Nationen (UN) auf die Schwarze Liste gesetzt wurde. Das von Islamisten gestützte Milizenbündnis Fajr Libya kontrolliert weite Teile der Stadt.

Bereits im Dezember wurden nahegelegene Ölförderanlagen attackiert und Anfang Februar griff dann eine bewaffnete Gruppe das Ölfeld Mabruk 170km südöstlich von Sirte an. Dabei wurden  vier Wächter getötet und drei philippinische Arbeiter verschleppt. Die Angreifer bezeichnen sich selbst als Mitglieder des Islamischen Staats (IS).

Wenn wir jetzt für Sirte beten, dann lasst uns den Heiligen Geist bitten, dass er Gottes Herz und seinen Willen für diese Stadt offenbare.

Wir freuen uns auch  über dein Feedback auf info@pray4libya.ne

Lies, denke nach und bete über Psalm 75.


15-03-19

Mütter

Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.

(Jesaja 40,11)

Mütter genießen in der libyschen Kultur viel Respekt. Man sagt, der Himmel sei unter ihren Füßen. „Du musst sicherstellen, dass du freundlich zu deiner Mutter bist. Wenn Du sie nicht gut behandelst, sagt sie es vielleicht Gott, und dann hast du ein großes Problem, weil sie eine besondere Beziehung zu ihm hat.“

Fatma hat auf ihrem Handy ein Video ihres ältesten Sohnes gespeichert, das er während der Revolution gemacht hat. Darin erklärt er seine Beweggründe, für die Revolution zu kämpfen. Er hatte in Malaysia gelebt, war aber dann nach Hause gekommen, um seinem Land zu helfen.

Eines Tages rief er seine Eltern an und sagte, er würde zum Mittagessen nach Hause kommen. Fatma freute sich riesig darauf, ihn nach langer Zeit wiederzusehen. Aber am Nachmittag kamen einige Männer und brachten den Leichnam ihres Sohnes, der gerade im Kampf getötet worden war. Es war der letzte Tag der Revolution.

Es ist immer noch schwierig für Fatma, mit seinem Tod zurechtzukommen. Glücklicherweise ist nebenan eine Familie mit kleinen Kindern eingezogen, die Fatma ein bisschen über ihre Trauer hinweghelfen.

Diese Woche, am 21. März, wird in Libyen Muttertag gefeiert. Für viele Mütter wird das ein trauriger Anlass sein. Viele werden sich mit Schmerzen an den Verlust ihrer Kinder durch die Revolution und die Gewalt danach erinnern. Bei anderen Müttern herrscht die Angst vor, weil sie ihre Kinder nicht verlieren wollen. Sie sind voller Sorge, wann immer ihre Kinder zur Schule gehen oder Besorgungen in der Nachbarschaft machen.

Lies, denke nach und bete über Matthäus 11,25-30


15-03-12

Ein heutiger „Saulus”?

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Matthäus 5,44-45

Abdullah ist ein hingegebener und strenggläubiger Moslem. Sein Lebensziel ist, Muslime zu ermutigen, bessere Muslime zu sein – und Nicht-Muslime zum Islam zu bekehren. Beruflich arbeitet er im Bereich Sicherheit für die Regierung.

Eines Tages verhaftete seine Einheit Ajoub, einen arabischen Gläubigen aus dem Ausland. Ihm wurde vorgeworfen, Muslime zum Christentum bekehren zu wollen. Abdullahs Vorgesetzter befahl ihm, Ajoub zu verprügeln. Abdullah zögerte und rief seinen religiösen Leiter an, um zu erfahren, ob das Allah gefallen würde. Dieser bejahte. Also schlug Abdullah zu so fest er konnte. Schließlich wollte er Allah gefallen. Später wollte er Ajoub dann zum Islam bekehren.

Später sollte Abdullah Ajoubs Bibel wegnehmen. Wieder fragte er seinen religiösen Führer, ob das Allah gefallen würde. Wieder bejahte dieser.

Nachdem Ajoub freigelassen worden war, fing er an, Abdullah öfter mal anzurufen. Anfangs reagierte dieser nicht besonders freundlich. „Warum ruft Ajoub mich an? Sollte er mich nicht hassen?” fragte er sich. Aber Ajoub machte Abdullah keine Vorwürfe. Er sprach einfach nur über Gottes Liebe. Mit der Zeit öffnete Abdullah sich. Manchmal sprach er über den Islam, wie er Allah dient und wie er betet. Ajoub sprach über Gottes Liebe und über die Bedeutung einer Beziehung mit dem lebendigen Gott.

Abdullah kennt die 99 Namen Gottes im Koran. Er weiß, dass Gott groß und mächtig ist. Aber er weiß nicht, dass Gott Liebe ist und ihn persönlich liebt.

Lies, denke nach und bete über Apostelgeschichte 9,1-21


15-03-05

Die Ängste der Gläubigen

 Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts mehr tun können. Ich will euch aber zeigen, vor wem ihr euch fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der, nachdem er getötet hat, auch Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, vor dem fürchtet euch.“

Lukas 12,4-5

 Achmed kam durch eine Fernsehshow zum Glauben und ist noch nicht lange gläubig. Es ermutigt ihn zu wissen, dass es andere Gläubige gibt, und er kommuniziert online mit ihnen. Aber er hat Angst, sie persönlich zu treffen. „Wie kann ich wissen, dass ich ihnen trauen kann und sie mich nicht an die Polizei verraten?“ fragt er.

Während einer dreimonatigen Gebets- und Fastenzeit für Libyen konzentrierten sich einige ausländische Gläubige drei Tage lang auf das Ziel, den Geist der Furcht zu brechen. In der folgenden Woche wurden einige von ihnen festgenommen und eingesperrt. Ägyptische Brüder wurden gefoltert; einer von ihnen starb an den Folgen.

Seitdem gibt es mehr Berichte darüber, dass Menschen wegen ihres Glaubens festgenommen oder umgebracht werden. Es ist gefährlich, in Libyen zu Jesus zu gehören, und dem Missionsbefehl zu gehorchen kann dich dein Leben kosten. Manche ausländische Gläubige werden nachsichtiger behandelt, aber die einheimischen werden durch kein Gesetz geschützt. Tatsächlich verurteilt das Gesetz sie sogar. Viele Gläubige fürchten, dass Verwandte sie als einen „Akt des Gehorsams Allah gegenüber“ umbringen könnten. Manche Arbeitgeber zahlen kein Gehalt, wenn sie wissen, dass ihr Angestellter Christ ist. Einige religiöse Gruppen scheinen nur zu existieren, um Einheimische umzubringen, die Jesus als ihren Herrn bekennen. Furcht hält unsere gläubigen Brüder und Schwestern davon ab, Jesus zu bezeugen und Gemeinschaft miteinander zu haben.

Wärst Du bereit, diese Woche für die libyschen Gläubigen zu fasten? Bitte darum, dass der Heilige Geist dich führt, wie der Geist der Furcht über den Gläubigen gebrochen werden kann.

Lies, denke nach und bete über Matthäus 10,16-33


15-02-26

Vorstellungen vom Christentum

Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, damit ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt. Kolosser 4,5-6

Fatima ist eine Single Anfang 20 und lebt in einem kleinen Ort. Sie zeigt sich Männern nie ohne ihr Kopftuch (außer ihrem Vater, ihren Brüdern, Neffen und, irgendwann einmal, ihrem Ehemann) und trägt am liebsten einen langen Mantel über ihrer Kleidung, wenn sie das Haus verlässt. Sie weiß, dass der Ruf einer Frau bewahrt werden muss und kleidet sich deshalb bescheiden und respektvoll. Sie liebt Traditionen und religiöse Feste, die ihr das Gefühl geben, Teil ihrer Familie, der libyschen Gesellschaft und der weltweiten muslimischen Gemeinschaft zu sein.

Fatima weiß nicht viel über das Christentum, aber was ihr vermittelt wurde, macht sie wütend. Christen kleiden sich freizügig, trinken, rauchen und leben sexuelle Beziehungen außerhalb der Ehe. Ihre Familie hasst die Gerüchte, dass Libyen christianisiert werden soll. Sie sind angewidert von dem Gedanken, ihre Frauen würden in Miniröcken herumlaufen und rauchen. Sie wollen nicht, dass der verdorbene christliche Lebensstil, den sie in Hollywood-Filmen sehen, sich in ihrer Gesellschaft verbreitet.

Einige Frauen sehnen sich nach mehr Freiheit und hätten gern die Wahl, ob sie das Kopftuch tragen wollen oder nicht. Aber sie sehen das Christentum trotzdem als etwas Negatives, typisch Westliches.

Die Menschen in Libyen brauchen eine Offenbarung dessen, wer Jesus wirklich ist und was es bedeutet, ihm zu folgen, damit sie sich von ihm angezogen fühlen. Wie könnte unser Leben als Gläubige in Libyen und außerhalb dazu beitragen, ihnen ein wahrheitsgetreues Bild von Jesus zu zeigen? Wie können wir für einheimische und ausländische Gläubige beten?

Lies, denke nach und bete über Römer 12


15-02-12

4. Jahrestag der Revolution am 17. Februar

…jetzt aber hat er verheißen und gesagt: “Noch einmal werde ich nicht nur die Erde bewegen, sondern auch den Himmel.” Aber das “noch einmal” deutet die Verwandlung der Dinge an, die als geschaffene erschüttert werden, damit die unerschütterlichen bleiben.

Hebräer 12,26.27

Khaled ist 30 und lebt in einem Ort ein paar Stunden von Tripolis entfernt. Als die Revolution begann und seinen Ort erreichte, schloss er sich ihr begeistert an. Aber nach ein paar Monaten musste er bekennen: „Die vergangenen Monate waren die Hölle. Krieg ist wirklich hässlich. Das wusste ich früher nicht. Gaddafi ist kein Mensch, er ist ein Teufel. Ich war dem Tod oft so nahe. Wir haben jeden Tag gekämpft, um zu überleben, bis dann andere Rebellen kamen und uns retteten. Der Tag unseres Sieges war ein heiliger Tag.“

Zwei Jahre später ist Khaled total frustriert von den Gewaltakten gegen Ausländer. Er muss zugeben: „Einige dieser sogenannten Revolutionäre haben im Namen der Revolution Zivilisten die schrecklichsten Dinge angetan.“

Wie viele andere Libyer wollte Khaled das Land verlassen, blieb aber seiner Familie zuliebe. Jetzt, drei Jahre später, ist er desillusioniert und hoffnungslos: „Es ist schlimm, dass unschuldige Menschen zwischen die Fronten geraten und das menschliche Leben nichts mehr wert ist. Die Menschen hier leiden jeden Tag unter bewaffneten Raubüberfällen und anderer Gewalt. Ich habe gemerkt, dass das Problem nicht Gaddafi war. Libyer sind einfach leer – und wenn sich die Gelegenheit bietet, zeigen sie die Dunkelheit, die in ihnen steckt. Aber vielleicht ist das einfach die menschliche Natur. Manchmal bin ich verzweifelt. Sehen wir wirklich so aus? Sind wir Menschen wirklich so? Ich möchte einfach an einem Ort leben, wo Frieden herrscht, ohne Krieg, ohne Hass. Ich fühle mich in dieser Situation total verloren und frage mich: Gibt es Licht am Ende dieses Tunnels?“

Lies, denke nach und bete über Hosea 2,14-23


15-02-05

Leben für die Jugend

“Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu geben.”

Jeremia 29,11

Die seit der Revolution andauernde Gewalt prägt die Kinder Libyens und umhüllt sie mit einer Atmosphäre der Furcht.

Ahmed ist 13. Als sie in der Schule eine Prüfung schrieben und zwei Straßen weiter eine Bombe explodierte, war das so normal, dass er nur kurz aufsah und mit einem Seufzer weiterschrieb. Aber als zwei Tage später ein Militärflugzeug ganz tief über ihre Schule flog, duckten er und seine Klassenkameraden sich und brachen in kalten Schweiß aus. Sie dachten, sie würden angegriffen.

Ahmeds 15-jähriger Bruder Mahmoud war einmal in der Klasse eingeschlafen, und als der Lehrer mit einem Lineal auf den Tisch schlug, um ihn zu wecken, brach Mahmoud in Tränen aus.

Als ihr Leben noch sicher war, spielte Ahmed oft mit seinen Freunden auf der Straße Fußball. Aber jetzt lassen ihn seine Eltern nicht mehr hinaus. Sie haben Angst, er könnte entführt werden. Manchmal sitzt sein Vater mit anderen Männern aus der Nachbarschaft draußen auf der Straße. Dann können auch die Jungs unter den wachsamen Augen der Väter dort spielen.

Wie alle Familien um sie herum hat auch Ahmeds Familie Feuerwaffen, um sich zu schützen. Sogar sein Bruder Mahmoud läuft mit einer Pistole herum.

Zu Hause ist es Ahmed langweilig. Er ist frustriert und wütend, aber er kann nichts tun, um die Situation zu ändern. Manchmal würde er am liebsten jemanden verprügeln, um seinen inneren Zorn loszuwerden. Als Ahmeds Freund ihm kürzlich seinen Lieblingsstift wegnahm, packte ihn der Jähzorn. Er hatte den Eindruck, dass er seinen Freund hätte umbringen können, wenn der Lehrer nicht dazwischen gegangen wäre.
Lest, denkt nach und betet über Jesaja 11,1-10


15-01-29

Die Berber

“Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“
Johannes 8,36

“Salaam” dachte, er sei der einzige im Stamm der Amazigh (Berber), der Jesus kannte. Alle in seinem Dorf und seiner Gegend Libyens waren muslimische Berber.

Stellt Euch vor, wie überrascht „Salaam“ war, als er zwei Gläubige aus einem Nachbarland traf, die seine Sprache sprachen. Tränen liefen über ihre Wangen, weil sie sich problemlos verständigen konnten und die Gläubigen erzählten, dass im Nachbarland Tausende Amazigh Nachfolger Jesu geworden waren.

Die Amazigh (oder Berber) sind die ursprünglichen Bewohner Nordafrikas. Libysche Berber leben in den Städten des Dschabal-Nafusa-Gebirges, an der Küste in Tripolitanien und in den Wüstenoasen der Provinzen Kyrenaika und Fessan. Viele Libyer, die ihre arabische Abstammung betonen, haben tatsächlich auch Berber als Vorfahren.

Seit der Revolution 2011 zeigen die Amazigh in Libyen offen ihre Flagge und bringen ihren Kindern die Tamazight-Sprache bei. Das Symbol auf ihrer Flagge stellt die als „freie und edle Menschen“ dar. Sie sind optimistische und hart arbeitende Leute.

Bevor der Islam kam, waren die Berber Christen, Juden oder Polytheisten. Heute sind die meisten von ihnen Muslime, auch wenn manche zugeben, dass ihnen der Islam vor Jahrhunderten aufgezwungen wurde.

Lies, meditiere und bete Johannes 4,1-12


15-01-22

Derna

Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt.
Epheser 6,12

Derna ist eine Hafenstadt im Osten Libyens mit einer Bevölkerung von über 100.000 Menschen unterschiedlicher Herkunft. Es liegt zwischen den Grünen Bergen, dem Mittelmeer und der Wüste.

Derna ist eine Festung radikaler Gruppen, unter ihnen auch die Ansar al-Sharia, die von den UN als terroristische Organisation eingestuft wird. Im April 2014 verkündete ein Zweig der Organisation, dass die Scharia in Derna gilt. Der selbsternannte „Schura-Rat der islamischen Jugend“ setzte islamische Gerichte und eine religiöse Polizei in der Stadt ein. Dutzende ihrer Angehörigen patrouillieren maskiert in Tarnkleidung auf Militärfahrzeugen mit Raketenwerfern, schweren Maschinengewehren und der schwarz-weißen Fahne der Dschihadisten. Im August veröffentlichte der Schura-Rat ein Video von der Hinrichtung eines Ägypters im Stadion, der einen Mord begangen haben sollte.

Derna hat eine lange Geschichte des radikalen Islamismus. Während der Zeit Gaddafis an den Rand gedrängt, stellte die Stadt mehr Kämpfer pro Kopf der Bevölkerung für Al-Kaida im Irak als jede andere Stadt des Nahen Ostens. Auch beim IS in Syrien sind viele Kämpfer aus Derna. Die Mehrheit der älteren „Gotteskämpfer“ in Libyen sind frühere Al-Kaida-Mitglieder, und es gibt ideologische Auseinandersetzungen zwischen ihnen und den IS-Anhängern.

Im November 2014 schworen gewisse Gruppen in Derna dem IS (und der Leitung von Abu Bakr Al-Baghdadi) Treue, aber es ist unklar, wer sie sind und wie viel Rückhalt sie in der Bevölkerung haben. Im selben Monat wurden drei IS-Gegner enthauptet in der Stadt gefunden. Sie hatten in sozialen Medien über Derna berichtet und waren einige Wochen vorher entführt worden. Die Stadt scheint geistlich sehr dunkel zu sein.

Verbringt einige Zeit in Lob und Anbetung, wenn Ihr Derna vor den Thron Gottes bringt und ladet damit Seine Wahrheit und Sein Licht in die Stadt ein. Bittet dein Heiligen Geist, Gottes Herz für die Bewohner und die extremistischen Gruppen zu offenbaren. Was sind Seine Pläne und Ziele für sie? Ihr könnt Worte oder Bibelverse, die Ihr empfangt, an info@pray4libya.net schicken oder sie auf unserer Seite von Facebook oder Twitter posten.
Lest, denkt nach und betet über 2. Chronik 20,15-22


15-01-15

Samen der Ewigkeit

Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
Jesaja 55,10.11

Die Wurzeln des Evangeliums in Libyen gehen fast 2000 Jahre zurück. Wir sehen Menschen aus Kyrene (im Osten Libyens) in der Bibel: Simon trägt Jesu Kreuz, an Pfingsten sind sie in Jerusalem, bauen Gemeinde mit in Antiochia. Heute sind die antiken Ruinen in Libyen die stillen Zeugen der Gegenwart der frühen Kirche.

In neuerer Zeit ist der Same des Evangeliums auf unterschiedliche Weise gesät worden. Menschen haben Jesus durch ihr Leben gezeigt und mit Worten bezeugt oder haben Teile der Bibel weitergegeben. Libyer wurden durch die Gebete von Gläubigen berührt. Einige der „Sämänner“ haben einen hohen Preis für ihren Einsatz bezahlt.

Einmal besuchten Touristen eine der Stätten, an denen die Überreste der frühen Kirche noch sichtbar sind. Dort trafen sie einen jungen Gläubigen. Er war erstaunt zu hören, dass Libyen in der Bibel erwähnt wird. Er fragte, ob Simon von Kyrene aus „ihrem“ Kyrene gekommen sei – und war begeistert und ermutigt, dass sein Land in der Bibel erwähnt wird.

Wie können wir für den ausgesäten Samen beten? Lasst uns den Heiligen Geist bitten, uns zu zeigen, wie wir für den Samen des Evangeliums beten können, der schon so lange in Libyen schlummert.

Lies, sinne nach über und bete mit Hesekiel 47


15-01-08

Proklamation

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit.
(Psalm 24,7.8)

Eine Frau, die um des Glaubens willen verfolgt wurde, saß in einer Zelle und wusste nicht, dass sie heute vor Gericht gestellt würde. Sie hatte den Eindruck, dass Gott ihr Psalm 24 zum Gebet für Libyen gab. Als die Wachen sie später zum Gericht fuhren, sah sie an einer Wand ein Graffiti: Erhebe dein Haupt, Libyen!” Gott hat Libyen nicht vergessen. Er hat gute Pläne für das Land.

Ruft Gottes Namen über Libyen und seinen Bewohnern aus und ladet das Licht in dieses Land ein. Ruft die Kämpfer Gottes aus diesem Land und seinen Völkern. Gebt den Männern und Frauen des Friedens ein Zeichen, dem Evangelium die Türen zu öffnen und den König der Könige willkommen zu heißen.

Hast Du spezifische Verheißungen für dieses kostbare Land bekommen? Sprich sie laut im Gebet aus oder bitte den Heiligen Geist um Bibelstellen oder Verheißungen fürs Gebet. Eine andere Möglichkeit ist, Gottes Größe und Macht über Libyen in Lob- und Anbetungsliedern zu verkünden.

Lies Jesaja 35, denke darüber nach und bete entsprechend.


15-01-01

Festungen Niederreißen

Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. Wir zerstören damit Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus.
2. Kor. 10,4.5

Gaddafi gebrauchte Zauberei, um an der Macht zu bleiben und sich vor seinen Feinden zu schützen. Auch wenn er nicht mehr regiert, herrschen die Mächte der Finsternis immer noch, denen durch Generationen von Okkultismus, Flüchen und Sünde die Türen geöffnet wurden. In den letzten vier Jahren gab es viel Blutvergießen. Man hat den Eindruck, dass Libyen der Spielplatz Satans geworden ist; Welle um Welle breitet sich die Dunkelheit aus.

Festungen wie Zauberei, Stolz, Selbstgerechtigkeit, der “Anti-Christ“ (Ablehnung von Tod, Auferstehung und Gottessohnschaft Jesu), Tod und Humanismus beherrschen Libyen.

Durch Jesus kommen wir freimütig in den Thronsaal. Wir wollen dem Heiligen Geist erlauben, unsere Herzen zu erforschen, um dann diese Festungen in Demut und Vertrauen auf Jesus niederzureißen. Damit entwurzeln wir die Werke des Teufels, um den Boden für das Reich Gottes vorzubereiten.

Bittet den Heiligen Geist um Klarheit, ob es noch andere Festungen gibt, die es niederzureißen gilt. Denen wollen wir widerstehen und Gottes Geist um weitere Offenbarung bitten.

Bittet einige andere Gläubige, diese Woche einige oder mehrere Tage für das Land zu fasten. Schließt Eure Gebetszeit mit Lob und Dank für unseren König der Könige ab.

Lest Psalm 7 und meditiert und betet darüber.